Schwangerschaft & Geburt

Mit Stadelmann rund um die Geburt

Vor allem die Wochen vor und nach der Schwangerschaft sollten Mamas gut auf sich achten und sich selbst auch immer wieder etwas Gutes tun. Ich hatte die letzten 2 Wochen vor dem Geburtstermin unserer Biene ein für mich ganz besonderes Entspannungsritual, das ich mir jeden Abend gönnte. Bei diesem Ritual begleiteten mich die Produkte von Stadelmann.

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Jeden Abend gönnte ich mir zuerst ein Heublumensitzbad. Einfach Heublumen in einer Schüssel mit heißem Wasser übergießen, den Behälter in die Toilette stellen und sich setzen. Dieses Sitzbad wirkt angenehm erwärmend und macht das Gewebe schön geschmeidig und weich. Ein Heublumensitzbad sollte aber erst in den letzten drei Schwangerschaftswochen gemacht werden, da es wehenfördernd wirken kann.

Anschließend machte ich immer eine Dammmassage und benutzte dabei das Dammmassageöl von Stadelmann. Dammmassagen hab ich bereits vor der Geburt des Tigers gemacht und ich bin überzeugt davon, dass ich mir dadurch schlimmere Geburtsverletzungen bei ihm erspart habe. Auch vor der Geburt unserer Biene empfand ich es wieder als sehr wichtig und bei ihrer Geburt hatte ich gar keine Verletzungen. Das Dammmassageöl von Stadelmann fühlt sich sehr angenehm an. Melanie hat auf ihrem Blog „modys“ ein kleines Experiment damit vorgestellt (*klick*) und auch mich konnte das voll und ganz überzeugen. Im Beitrag von Melanie findet ihr noch viele wertvolle Tipps zur natürlichen Schwangerschaftsvorbereitung. Dammmassage wird in den letzten 6-8 Schwangerschaftswochen täglich empfohlen.

Nach der Dammmassage kam dann immer der richtig entspannende Teil meines Verwöhnprogramms – ein warmes Bad! Als Badezusatz verwendete ich das Entspannungsbad – Badesalz von Stadelmann. Der Geruch ist sehr angenehm und trägt vielleicht auch zur Entspannung bei. Das Wasser des Bads sollte nicht zu warm sein wegen des Kreislaufes und mir wurde ebenfalls empfohlen, erst in den letzten 3 Schwangerschaftswochen regelmäßig zu baden, da dies auch wehenfördernd wirken kann. Ich habe aber schon öfter gehört, dass manche Frauen während der gesamte Schwangerschaft regelmäßig Bäder nehmen.

Diese beiden Produkte von Stadelmann (Dammmassageöl und Entspannungsbad) mochte ich mit Abstand am liebsten und ich hatte sie auch beide bei der Geburt unserer Biene mit im Gepäck.

Nach der Geburt verwendete ich auch sehr gerne das Wochenbettbauchmassageöl von Stadelmann. Nicht täglich, aber regelmäßig verteilte ich etwas Öl auf meinen Bauch und massierte ihn ein wenig. Ich empfand das als sehr angenehm und meine Bauchdecke bildete sich schnell wieder zurück (ist natürlich sicher auch genetisch bedingt).

Ein weiteres Produkt von Stadelmann ist das entspannend wirkende Körperöl, es soll bei Aufregung und Gereiztheit entspannend wirken und bei Schwangerschaftsstreifen helfen. Dieses verwendete ich persönlich am wenigstens, ich habe auch von dieser Schwangerschaft keine Schwangerschaftsstreifen und der Geruch brachte mir nicht diese Entspannung wie die Düfte der anderen Produkte. Habt ihr vielleicht noch Ideen für andere Verwendungszwecke des Öls?

Abschließend möchte ich mich noch bei Melanie von *modys.de* bedanken, sie hat mir die Produkte zum Testen zur Verfügung gestellt und sie haben mir wirklich perfekt durch den Endspurt der Schwangerschaft geholfen und mich auch nach der Geburt noch begleitet. Hier kommt ihr direkt zu Unterseite mit den tollen Produkten – *klick*.

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Schwangerschaft & Geburt

Unsere intuitive und selbstbestimmte Biene-Geburt!

Da ich mich im Vorhinein intensiv mit der *Tigergeburt* auseinander gesetzt und sie auch wirklich *verarbeitet* habe, ging ich diesmal mit völlig anderer Einstellung und vor allem gefühlt gut vorbereitet in diese zweite Geburt. Grundsätzlich haben wir auch die Rahmenbedingungen komplett verändert – das ausgewählte Krankenhaus als Geburtsort und diesmal soll meine Mama mit dabei sein und unser Tiger beim Tigerpapa. Nach dem 1. September waren wir also gedanklich bereit, dass es jederzeit losgehen könnte.

Mittwoch, etwa 4 Uhr. Ich liege im Bett und höre unseren Tiger im Schlaf reden: „Wo ist denn die Giraffe? Trinkt sie jetzt?“. Ich muss auf die Toilette und warte, bis unser Tiger wieder fest eingeschlafen ist. Ich spüre, dass es nass wird im Bett – diesmal weiß ich schon Bescheid und beeile mich, um aus dem Schlafzimmer zu kommen. Kaum ist die Türe geschlossen kommt der Platsch und ich stehe im Fruchtwasser. Den Tigerpapa wecke ich diesmal mit den Worten: „Jetzt sparst du dir doch noch deinen schweren Arbeitstag morgen.“ *haha* Wir rufen gemeinsam die Tigeroma, also meine Mama an. Sie kommt und wir beschließen gemeinsam, dass meine Mama und ich mit der Rettung ins Krankenhaus fahren. Ich verabschiede mich mit feuchten Augen von unserem Tiger, einer der schwersten Momente des Tages für mich. Dann fahren wir ins Krankenhaus. Dort angekommen werde ich untersucht – es hat sich natürlich noch nichts getan und wir dürfen uns etwas schlafen legen.

7 Uhr – Schichtwechsel. Die neue Hebamme begrüßt mich – ich werde wieder untersucht und es werden Herztöne und Wehen geschrieben. Ich spüre ein leichtes Ziehen überall, aber sonst tut sich gar nichts. Also lassen wir uns ein leckeres Frühstück mit Kaffee nicht entgehen und gehen dann spazieren. Der Tag ist traumhaft schön – Sonnenschein und perfekte Morgentemperaturen. Die kommenden Stunden waren unglaublich entspannend und lustig mit meiner Mama, es tut sich nur in Bezug auf die Geburt gar nichts. Ich bereite mich darauf vor, dass die Geburt medizinisch weitergeht, dass es ähnlich wie bei unserem Tiger wird und es ist für mich absolut in Ordnung – wie es kommt, so soll es sein!

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Etwa 10:30 Uhr – noch immer tut sich nichts.. Die Hebamme gibt mir Globuli, die die Geburt in Gang bringen soll – ein Versuch ist es ja wert, obwohl ich nicht überzeugt bin. Nur eine halbe Stunde später ist die Situation ein ganz andere – die Wehen wurden schlagartig sehr stark und ich war zuerst etwas überfordert mit der Geschwindigkeit und der Stärke, die die Wehen jetzt an den Tag legen. Die Atmosphäre ist sehr gemütlich in dem Raum und ich finde mit Hilfe meiner Mama schnell eine Position, die sich absolut richtig anfühlt. Wehe für Wehe bringt unsere Biene weiter zu uns. Die Wehenpausen konnte ich unglaublich gut nutzen und nickte sogar das eine oder andere Mal dazwischen weg (Vormittag haben wir uns noch darüber lustig gemacht, dass man sowas zwar hört, aber dass das sicher nicht funktioniert..!). Auch unsere Biene arbeitet irrsinnig intensiv mit. Ich weiß in dem Moment genau, was ich zu tun habe, wie atmen, wie sitzen, wie entspannen. Die Hebamme hält sich im Hintergrund – kommt nur immer mal wieder und beobachtet – es gibt keine Untersuchungen zwischendurch. Ohne jegliches Zeitgefühl zieht Wehe für Wehe über mich hinweg – ich atme konzentriert und verlasse mich auf mein Gefühl.

12:30 Uhr. Die Hebamme bittet uns mit in den Kreissaal zu kommen (wieder ohne Untersuchung) – dort ziehe ich überhaupt erst meine eigene Kleidung aus. Ich weiß auch jetzt intuitiv, was ich zu tun habe. Die Hebamme leitet mich etwas durch diese Endphase der Geburt, damit es nicht zu schnell geht. Ich fühle mich sehr stark und selbstbestimmt.

13:00 Uhr: Im Vierfüßerstand wird nur wenige Minuten später unsere kleine Biene geboren. Der Moment war überwältigend, einfach unglaublich. Zwischen meinen Füßen hindurch nehme ich dieses zarte Wesen hoch, ich halte dieses Wunder in meinen Händen und es fühlt sich großartig an. Keine Geburtsverletzung, kaum Blutverlust, keine Probleme mit der Nachgeburt. Ich bin sehr fasziniert, wie diese Geburt gelaufen ist – so unglaublich intuitiv und selbstbestimmt und einfach perfekt!

Immer wieder habe ich davon gelesen, dass Frauen wissen, was zu tun ist und konnte es nach der Tigergeburt einfach nicht glauben, dass es so etwas gibt.. Doch diesmal fühlte ich mich zu jeder Zeit absolut ernst genommen und selbstbestimmt – das gesamte Umfeld war einfach perfekt, meine Mama die beste Unterstützung und auch meine Hebamme ist immer mit mir mitgegangen und konnte mich so auch gegen Ende hin wirklich gut führen. Unsere Biene hat sehr intensiv mit gearbeitet und ich lies mich intuitiv von ihr führen – ein unglaublich tolles Erlebnis!

Ich bin unsagbar dankbar und glücklich, dass ich so eine Geburt erleben durfte!

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Schwangerschaft & Geburt

40. SSW – zwei Schwangerschaften, zwei Erlebnisse

Letzte Woche habe ich euch über *das erste Loslassen* mit Kindern erzählt – Loslassen und sich verabschieden von der Schwangerschaft. Diese Woche habe ich diesen Loslass-Prozess abgeschlossen, denn ich kann es nun kaum erwarten, dass es (endlich) losgeht. Ich freue mich sehr auf unsere kleine Biene und bin schon unendlich neugierig, wer sie ist, wie sie ist. Ich freue mich auf die winzig kleinen Hände, die zerknautschten Füße, den unverwechselbaren Duft meines Babys. Ja, ich bin wirklich bereit, sie jederzeit in meine Arme zu schließen!

Mit Beginn der 40. SSW kommen neben den emotionalen Veränderungen auch noch einige körperliche Wehwechen dazu, die das Loslassen zusätzlich erleichtern und die Vorfreude erhöhen. Die letzten Tage war ich sehr müde.. Egal, wie viel ich schlafe, es reicht einfach nicht.. Ich habe das Gefühl, mein Körper bereitet sich nun doch durch dieses sehr hohe Schlaf- und Ruhebedürfnis auf die anstrengenden Stunden vor, die noch vor uns liegen, bis wir endlich kuscheln können.

Zwei Schwangerschaften, zwei unterschiedliche Erlebnisse

Immer wieder wurde ich während der Schwangerschaft gefragt, ob diese denn gleich ist wie die letzte.

Körperlich ging es mir sehr ähnlich. Ich hatte anfangs mit ganz leichter Übelkeit und richtig schlimmer Müdigkeit zu kämpfen. Der Vorteil der ersten Schwangerschaft ist dabei natürlich ganz klar, dass man durchschlafen kann. Die Müdigkeit fühlte sich in der zweiten Schwangerschaft wesentlich schlimmer an, da ja unser Tiger nachts oft wach war. Nach den ersten 4 Monaten hatte sich diese Müdigkeit aber wieder gelegt, die Übelkeit auch schon früher. Die letzten Wochen hatte ich in der ersten Schwangerschaft schlimme Wassereinlagerungen, diese bleiben mir diesmal (bis jetzt) gänzlich erspart. Diesmal habe ich mehr Magen-Darm Probleme und schlafe sehr viel schlechter, unabhängig vom Tiger. Dadurch, dass die Schwangerschaft allerdings länger dauert (der Tiger kam fast 2 Wochen zu früh) kommen natürlich noch ein paar kleinere Wehwechen (hier mal ein Zwicken, da mal ein Ziehen,..) dazu – aber das ist ja vermutlich normal.

Die Umstände rundherum waren bei den beiden Schwangerschaften völlig andere. Während der Tiger-Schwangerschaft habe ich gearbeitet und studiert. Ich bin sogar schon 12 Wochen vor dem Termin quasi in Mutterschutz gegangen, weil ich das Jahr über mit dem Urlaub fleißig gespart hatte, meine letzte Prüfung schrieb ich allerdings noch 4 Wochen vor Termin. Ich machte noch relativ viel Sport und genoss die Zeit alleine mit dem zukünftigen Tigerpapa. In der zweiten Schwangerschaft hatte mich der *Schicksalsschlag meines Papas* sehr aus der Bahn geworfen, viel Zeit eingefordert und die Schwangerschaft sehr in den Hintergrund geschoben. Doch mit meiner *Entscheidung*, dass ich mich wieder ausschließlich auf meine Familie konzentriere, wurde auch unsere Bauchbiene ein wesentlicher Teil davon.

Die letzten Wochen in der ersten Schwangerschaft habe ich nur mit Dingen ausgefüllt, die ich gerne machte – stundenlang bin ich am nahe gelegenen See gesessen und habe gelesen. Ich war noch relativ viel an der Uni und habe noch motiviert für die letzten Prüfungen gelernt. Nun habe ich die letzten Wochen mit dem Tiger in vollen Zügen genossen – ich habe sehr viel mit ihm gemacht und mir sehr viel Zeit für ihn genommen. Außerdem waren wir natürlich oft und lange im Garten, was uns allen unglaublich gut tat. Die Schwangerschaft erlebte ich mit dem Tiger gemeinsam ganz anders – er hat immer sehr großes Interesse gezeigt und war immer mit dabei. Ich erlebte diese gemeinsame Zeit sehr intensiv, vermutlich intensiver als in der ersten Schwangerschaft, und konnte dadurch auch eine innige Bindung mit unserer kleinen Biene aufbauen.

Die Bewegungsmuster unserer Kinder in der Schwangerschaft waren/sind völlig unterschiedlich – beide sehr aktiv, aber eben anders. Unser Tiger hat mich oft und sehr stark getreten. Unsere Biene macht eher fließende Bewegungen, nicht weniger aktiv, nicht weniger präsent, aber irgendwie eben fließender. Wer sich von den beiden mehr bewegt, kann ich nicht sagen, aktiv sind sie beide. Vermutlich hängt das unterschiedliche Bewegungsschema einfach mit ihrem ganz bestimmt individuellen Charakter zusammen – wir werden sehen!

Die letzten Tage fangen sich jetzt allerdings an zu ziehen. In der ersten Schwangerschaft gab es diese Zeit des Wartens nicht, da die Geburt mit dem Blasensprung fast 2 Wochen vor Termin begonnen hatte, wo noch keiner damit gerechnet hat. Diesmal heißt es warten, obwohl ich es kaum noch erwarten kann! Unser Tiger ist einfach unglaublich präsent mit dabei bei der ganzen Sache – jeden Tag erwähnt er mehrmals, dass unsere Biene jetzt jederzeit heraus kommen könnte und er sich schon sehr freut. Ich denke auch, dass er sehr gut vorbereitet ist – er weiß genau, dass er dann mehrere Tage bei der Tigeroma sein wird und freut sich auch schon darauf. Er möchte auch dann unbedingt mit dabei sein, wenn ich mit unserer Biene nach Hause darf. Mir ist natürlich bewusst, dass er nicht weiß, was das Willkommen heißen unserer Biene für uns alle heißt bzw. dass er für unseren Tiger die größte Umstellung seines bisherigen Lebens bedeutet. Doch wir werden das gemeinsam gut meistern und weiterhin unseren respektvollen, liebevollen und harmonischen Lebensweg gehen – auch wenn es wieder etwas dauern wird, bis dann alles wieder rund laufen wird.

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Schwangerschaft & Geburt

39. SSW – über das erste Loslassen

Unsere Kinder brauchen zum Wachsen Wurzeln und Flügel. Wurzeln, damit sie wissen, wo ihr Platz ist. Wo sie hingehören und wo sie jederzeit einen Ort der Geborgenheit und des Rückzugs aus dem Leben finden. Wir Eltern geben ihnen diese Wurzeln, indem wir immer für sie da sind und ihnen das Gefühl geben, etwas Besonderes und Wichtiges zu sein und sie bedingungslos lieben. Aber Kinder brauchen auch Flügel, denn sie müssen eigene Fehler und eigene Erfahrungen machen. Sie müssen selbst entscheiden, was sie aus ihrem Leben machen wollen, wo ihre Interessen liegen und wohin ihr Weg sie führen wird. Daher ist das Leben mit Kindern durch ständiges Loslassen geprägt – Loslassen alter Denkmuster; Loslassen, wenn sie die erste Nacht auswärts schlafen wollen; Loslassen, wenn sie selbstständig agieren wollen; Loslassen in der Pubertät; Loslassen, wenn sie ihr Leben selbst leben – die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Wir müssen unseren Kindern Flügel geben, denn sie haben ihr eigenes Leben und wir geben ihnen Wurzeln, damit sie jederzeit zu uns zurück kommen können.

Diese Woche beschäftigt mich das allererste Loslassen in der ganzen Zeit mit Kindern: das Loslassen der Schwangerschaft. Ich bin wirklich gerne schwanger, ich liebe diese intensive Verbindung mit unserer Biene. Ich bin fasziniert vom Wunder Mensch und von meinem Körper – was er erschaffen hat, wie er das Baby aufwachsen lässt, wie er sich 9 Monate lang absolut instinktiv und richtig um dieses kleine Wesen kümmert und ihm alles gibt, was es braucht. Diese faszinierende und wundervolle Zeit neigt sich dem Ende und es kommt daher für mich die Zeit des ersten Loslassens in unserem gemeinsamen Leben. Ich bereite mich auf die Ankunft unserer kleinen Biene vor – die Wehmut über das Ende der Schwangerschaft weicht der Vorfreude über die Ankunft unseres kleinen Wunders.

„Manchmal fällt es aber auch gar nicht so leicht, diesen lieb gewonnen und so nahen Kontakt mit dem Baby aufzugeben. Oft wird die Schwangerschaft auch als eine besonders schöne, emotional weiche Zeit betrachtet. Eine Zeit der Ruhe, des Verwöhnens und der großen Gefühle.“*

Diese Woche war geprägt von vielen Höhen und Tiefen – von der glücklichsten Frau der Welt bis hin zu dem Gefühl, nichts passt, war alles dabei. Ich habe endlich die letzten Reste meines Schnupfens bekämpft. Ich hatte viel Schwung und konnte einiges erledigen. Mittlerweile hat dieser berühmte „Nesttrieb“ eingesetzt, denn momentan verbringe ich am liebsten die Zeit zu Hause mit dem Tiger oder bin mit Vorbereitungen beschäftigt. Dann gibt es diese Stunden und Tage, wo nichts geht. Ich würde mich gerne am liebsten im Bett verkrümeln und die Zeit laufen lassen. Ich schwanke ständig zwischen Nervosität und Aufregung und Vorfreude.

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Ich bin froh, dass ich unseren Tiger habe – an Tagen, wo ich am Zweifeln bin, wie alles funktionieren sollte, gibt er mir so viel Kraft. Wir spielen und lachen viel miteinander, er gibt mir die Zuversicht, dass wir alles schaffen werden. Wenn ich sein herzhaftes Lachen sehe und höre und mir dann vorstelle, dass mich bald zwei Kinder so anstrahlen werden, weiß ich, dass alles gut wird, egal wie es kommt!

*“Geborgen wachsen – wie Kinder glücklich groß werden“ von Susanne Mierau

Schwangerschaft & Geburt

38. SSW – nur noch 3 Wochen?!

Heute beginnt also die 38. Schwangerschaftswoche – das heißt gleichzeitig, dass es nur noch 3 Wochen bis zum errechneten Geburtstermin sind!

Ich merke, dass ich nervös und aufgeregt werde. Doch es ist keine „wann-geht-es-endlich-los“-Aufregung, sondern eher so etwas wie eine „ich-fühle-mich-absolut-nicht-bereit“-Nervosität.. Ja, ich bin eher angespannt, wenn ich an die kommenden Wochen denke. Das hat mehrere Gründe..

Die Zeit zu zweit geht dem Ende zu
Ich liebe die Zeit mit unserem Tiger – wir haben uns so aufeinander eingestellt und eingespielt, dass unser Alltag wirklich (die meiste Zeit) wunderschön und unkompliziert ist. Wir kennen uns unglaublich gut, wir vertrauen uns und sind das perfekte Zweierteam bzw. mit dem Tigerpapa gemeinsam das perfekte Dreierteam. Ich kann mich zu 100% unserem Tiger widmen, ihm in jeder Situation beistehen und ihn durch alle Probleme, seien sie noch so klein, mit meiner alleinigen Anwesenheit begleiten. Diese Zeit ist nun bald vorbei und es wird wieder einige Zeit dauern, bis aus uns dann ein perfektes Dreier- bzw. Viererteam wird. Ich weiß, wie lange es gedauert hat, bis der Tiger und ich zu diesem unzertrennlichen Team wurden. Ich möchte nicht, dass er zurückstecken muss.. Dass er sich zurückgeschoben fühlt.. Er wird immer mein großer Tiger bleiben, auf den ich unglaublich stolz bin. Und ich habe Sorge, dass er das in den ersten Wochen mit unserer kleinen Biene nicht bemerkt, da sie doch auch einiges an Aufmerksamkeit brauchen wird. Die letzten 2,5 Jahre gaben uns so viel Zeit miteinander und ist doch rückblickend so schnell vergangen – vor allem die letzten 9 Monate! Und diese Zeit wird mir unglaublich fehlen…

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Vielleicht die letzte Schwangerschaft?!
Ich kann es noch gar nicht glauben, dass diese jetzige Schwangerschaft im Prinzip jederzeit zu Ende sein kann – und es ist vielleicht die letzte Schwangerschaft gewesen… Ich liebe es, schwanger zu sein! Diese tiefe Verbundenheit mit diesem aufwachsenden kleinen Wunder im eigenen Körper soll bald zu Ende sein.. Und der weibliche Körper verbringt einfach Unglaubliches! Dieses Baby in meinem Bauch erhält immer Nahrung, wenn es Hunger hat. Es findet in den Schlaf, wenn es müde ist. Es wird immer bewegt und damit beruhigt und ist mit seinen Gefühlen und Gedanken niemals alleine! Kein Wunder, dass oft die Umstellung auf das Leben außerhalb so schwierig ist. All das, was 9 Monate lang mein Körper intuitiv und absolut richtig macht, sollte dann fortgesetzt werden – und auch das gestaltet sich so oft als unglaublich schwierig.. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, dieses kleine wundersame Wesen im eigenen Körper zu spüren – es tritt, es streckt sich, man spürt die Hände oder Schluckauf. In diesen vielen Wochen habe ich mich so sehr an die Anwesenheit unserer kleinen Bauchbiene gewöhnt, dass ich es mir kaum ohne sie, ohne diese Bewegungen vorstellen kann. Ich werde die Schwangerschaft – vor allem auch, weil es unter Umständen die letzte sein wird – wirklich vermissen!

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Die 100cm-Marke ist geknackt *hehe*

Und so vergehen die Tage, Wochen..
..und so viel ist noch nicht erledigt. Es wird Zeit, dass wir endlich das Bett für unsere Biene aufstellen (wie schon seit Wochen geplant) oder die Autoschale aus dem Keller holen oder das Tragetuch.. Ich sollte endlich meine Tasche für den Krankenhausaufenthalt packen.. Unser Tiger kam 12 Tage zu früh auf die Welt – wer weiß, was unsere Biene so im Sinn hat?! Ich wünsche mir nur soo sehr, dass sich unsere Biene bis September Zeit lässt, denn dann beginnt laut österreichischem Schulsystem ihre Schulpflicht ein Jahr später – drückt uns die Daumen!

Jetzt im August fühle ich mich einfach noch nicht bereit..!

Schwangerschaft & Geburt

37. SSW – Buchempfehlungen

Diese Woche sind wir bereits in der 37. SSW angekommen – ich kann es gar nicht glauben, dass in nicht einmal 4 Wochen der Geburtstermin da ist. Es geht mir mittlerweile wieder gut – mein grippaler Infekt ist ganz gut überstanden und auch meine Schlafsituation hat sich gebessert. Ich schlafe zwar nach wie vor nicht viel, doch mittlerweile kann ich gut damit umgehen und habe wieder einen Weg gefunden, wie ich die Schlafsituation akzeptieren kann.

Heute möchte ich euch gerne 3 Bücher vorstellen, die ich die letzten Wochen bzw. in der letzten Schwangerschaft gelesen habe.

Meine Schwangerschaft – Woche für Woche
— Prof. Lesley Regan — 

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Dieses Buch habe ich in meiner ersten Schwangerschaft verschlungen. Ich habe zu jederzeit gewusst, wie groß und wie schwer unser Tiger ist oder was sich gerade entwickelt. All diese Details waren/sind in dieser Schwangerschaft völlig unwichtig – wenn ich schnell gefragt werde, weiß ich oft nicht einmal die SSW *haha*. Dennoch hatte ich das dieses Buch oft zur Hand genommen, um es mit dem Tiger anzusehen. Er hat sich immer sehr interessiert die Bilder angesehen, wie unser Baby in der jeweiligen Woche aussieht bzw. sieht er sich gerne die Babyfotos an. Sein Lieblingsbild ist dieses hier:

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Unser Tiger freut sich schon sehr darauf, dass unsere Biene beim Autofahren bei ihm hinten sitzen wird. Er mag auch unsere Babyschale sehr gerne, weil sie grün ist *hihi*. Unser Tiger möchte dann unbedingt dabei sein, wenn unsere Biene und ich vom Krankenhaus nach Hause dürfen.

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Eigentlich wollte ich unserem Tiger ein eigenes Buch basteln mit Babyfotos und den Dingen, die mir wichtig erschienen, doch ich habe es einfach nicht geschafft – daher musste dieses Buch herhalten und es hat auch ganz gut geklappt.

Das Geburtsbuch – vorbereiten, erleben, verarbeiten
— Nora Imlau —

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Dieses Buch habe ich mir vor einigen Wochen gekauft, um die Geburt des Tigers zu verarbeiten. Es ist sehr übersichtlich strukturiert in 3 große Kapitel unterteilt: vorbereiten, erleben, verarbeiten. Ich begann mit dem letzten Teil.

Das gesamte Buch ist einfach großartig! Am meisten punktet dieses Buch durch Wertungslosigkeit. Alle Themen der Geburt werden völlig ohne Wertung wiedergegeben, es wird einem das Gefühl gegeben, dass ALLES absolut in Ordnung ist – das umschließt auch schwierige Themen wie Wunschkaiserschnitt, stille Geburten oder Neid gegenüber „leichteren“ Geburten.

Mir hat dieses Buch unheimlich geholfen, damit ich mit der Geburt des Tigers abschließen kann (*klick*).

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Ich kann dieses Geburtsbuch nur jedem ans Herz legen, der sich mit der Geburt näher auseinander setzen oder ein bereits erlebtes Geburtstrauma verarbeiten möchte.

Die Hebammen – Sprechstunde
— Ingeborg Stadelmann —

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Das ist sicher eines der bekanntesten Bücher zum Thema „Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett“ und so habe auch ich es diesmal gelesen – ich bin allerdings noch nicht ganz durch.. Ich habe das Buch schon während meiner ersten Schwangerschaft geschenkt bekommen, aber da war ich nicht wirklich bereit, es zu lesen und hab mir daher auch gar nicht die Mühe gemacht. In dieser Schwangerschaft sprach es mich mehr an und so habe ich immer die aktuellen Themen gelesen – vieles ist sehr spannend und informativ, einiges ist mir allerdings „zu viel“. Ich habe mir also „meine“ Themen mitgenommen und anderes außen vor gelassen.

Grundsätzlich kann ich das Buch aber sehr empfehlen, da es sehr umfangreich ist und sich sicher jeder etwas mitnehmen kann.

Ich habe mir eigentlich vorgenommen, dass ich in dieser Schwangerschaft mehr über die Themen „Schwangerschaft und Geburt“ lesen wollte, doch nachdem ich mit der Geburt des Tigers abgeschlossen habe, hatte ich keinerlei Bedürfnis mehr dazu, deswegen habe ich es dann auch gelassen – die Liste meiner empfohlenen Bücher ist also nicht besonders lange geworden *hihi*, aber vielleicht konnte ich ja trotzdem das eine oder andere Buch schmackhaft für euch machen.

Schwangerschaft & Geburt

36. SSW – und nichts geht mehr..

Die Wochen vergehen so schnell, ich komme kaum mit den wöchentlichen Beiträgen nach, denn am Montag beginnt bereits die 37. Woche..

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Diese Woche verschiebe ich allerdings meinen geplanten Beitrag über die Buchempfehlungen zu Schwangerschaft und Geburt und muss einfach mal etwas jammern – ich entschuldige mich schon vorher dafür!

Vor etwa 2 Wochen fing ich langsam an zu merken, dass mein Schlaf nicht mehr sonderlich erholsam ist – ganz unabhängig vom Tiger. Ich wachte öfter auf und musste auf die Toilette, es wurde auch immer schwieriger wieder einzuschlafen oder eine gemütliche Liegeposition zu finden – aber all das ist in Ordnung und ja auch völlig normal für das Ende der Schwangerschaft.

Doch seit etwa einer Woche kann ich überhaupt nicht mehr schlafen. Ich liege stundenlang wach im Bett, drehe mich von einer Seite zur anderen und finde einfach nicht den Weg in den Schlaf. Vor 1 oder 2 Uhr nachts schlafe ich nicht mehr ein, obwohl ich mit dem Tiger um 22 Uhr ins Bett gehe. Jeden morgen um exakt 5:45 Uhr bin ich wach und meist wache ich dazwischen auch noch auf. Unser Tiger schläft momentan sehr gut und wird nur mehr 1 oder 2mal wach und es reicht ihm, wenn ich ihm dann sage, dass ich da bin und er weiterschlafen kann. Unsere Bauchbiene ist nachts sehr oft und lange wach, vielleicht kann ich deshalb einfach nicht schlafen.. Aber auch wenn sie keine Purzelbäume schlägt, kann ich nicht schlafen. Grundsätzlich bin ich entspannt und mache mir keine Sorgen (wegen Geburt, dem Baby oder so) oder lasse meine Gedanken kreisen – ich sollte doch eigentlich schlafen können…

Ich habe mal gehört, dass es evolutionär bedingt ist, dass man in der Schwangerschaft nicht mehr gut schläft, weil man dann besser auf die Zeit nach der Geburt vorbereitet ist.. Hört sich wie ein Fehler der Evolution an!

Die wenige Schlafmenge strapaziert mich auf alle Fälle sehr – die Tage sind lang, meine Geduld relativ kurz, doch es läuft grundsätzlich trotzdem sehr gut mit dem Tiger und die meiste Zeit verbringen wir harmonisch miteinander.

Doch zu allem Überfluss bin ich seit gestern krank – eine Verkühlung, etwas Halsweh, schlimmes Kopfweh.. Das Schlafen wird noch schwieriger und die letzte Nacht war eine Katastrophe für mich. Mit vielen Hausmittelchen kämpfe ich gegen diese kleine Grippe an und hoffe, dass es die kommenden Tage wieder besser wird. Heute hat sich der Tigerpapa mit unserem Tiger beschäftigt und über Nacht schläft unser Tiger bei der Tigeroma, damit ich mich entspannen und auskurieren kann – doch an Schlaf war bis jetzt noch nicht zu denken.. Ich bin schon gespannt, wie die Nacht wird. Unser Tiger fehlt mir aber irgendwie..

Ich bin auch schon gespannt, wie die letzten Wochen der Schwangerschaft dann in Bezug auf meinen Schlaf werden.. Eigentlich sollte man sich doch vor der Geburt entspannen können, damit man für die Geburt und die Zeit danach fit(ter) sein kann. Aber gut, mir fällt momentan nichts ein, wie ich meine Schlafsituation ändern kann, also muss ich einen Weg finden, wie ich besser damit umgehen kann.

Und damit ich nicht ausschließlich nur jammere, möchte ich noch meine Hausmittelchen gegen diverse, schwangerschaftsbedingte Wehwehchen mit euch teilen.

Schnupfen
– Salzwasser-Nasenspray
– Salzwasser-Nasenspülungen
– Salzwasser inhalieren
– Schüssler Salze Nr.8
– auf höhere Luftfeuchtigkeit achten
– ein Kissen mehr für eine aufrechtere Schlafposition

Husten
– Husten- und Bronchialtee
– Brustbalsam

Halsweh
– Salzwasser gurgeln
– Halswehtee

Sodbrennen
– Milch trinken
– 1TL Senf essen
– auf basische Ernährung achten
– Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, Fertigprodukte, Essig und Süßes vermeiden
– etwas höher liegend schlafen

Kreuzschmerzen
– etwas härtere Matratze
– Kissen zwischen die Beine lagern
– auf der Seite liegen

Sollte mir noch etwas einfallen, werde ich die Liste noch ergänzen.

Grundsätzlich greife ich für den Tiger und mich unabhängig von der Schwangerschaft auch gerne auf die Mineralsalze nach Dr. Schüssler zurück – hier habe ich noch zwei Buchempfehlungen für euch:

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So starte ich etwas geschafft in die 37. SSW, auf die ich mich übrigens schon sehr freue – mehr verrate ich aber noch nicht *hehe*.

Schwangerschaft & Geburt

35. SSW – Geburtsbericht des Tigers

Nachdem ich euch letzte Woche erzählt habe, wie ich es letzt endlich geschafft habe, mein Geburtstrauma zu überwinden *klick*, lasse ich euch heute an dem Geburtsbericht des Tigers teilhaben. Die letzten Wochen beschäftigte ich mich ja mit dem großen Thema der Geburt. Da die Geburt des Tigers so ganz anders gelaufen ist, als „geplant“, wurde mir empfohlen, mich mit einem Geburtsbericht mit der damaligen Situation auseinander setzen – das wollte ich gerne versuchen. Der Bericht ist für mich selbst gedacht und soll mir helfen alles noch einmal Revue passieren zu lassen, was ich noch in Erinnerung habe. Lange habe ich überlegt, ob ich den Beitrag überhaupt veröffentlichen sollte.. Ich habe mich jetzt doch dafür entschieden, da der Beitrag letzte Woche der Artikel mit den zweit-meisten Aufrufen (gleich nach den *Free Printables*) überhaupt geworden ist und ich denke, dass das Thema dann doch viele beschäftigt und vielleicht der einen oder anderen hilft.

Es ist Mittwoch, etwa 2:15 Uhr – ich muss auf die Toilette und stehe auf und mit einem Platsch stehe ich im Nassen, ein zweiter Platsch beim nächsten Schritt Richtung Lichtschalter. Ich schalte das Licht ein und bin völlig desorientiert.. Ganz schön viel Fruchtwasser.. Ich stehe neben dem Lichtschalter und sage laut: „Schatz,…“ Was ich sonst noch sage, um den Tigerpapa zu wecken, kann ich mich nicht mehr erinnern.. Ich weiß noch, wie er mich ratlos ansieht und fragt: „Und was machen wir jetzt?“. Ich gehe mal auf die Toilette, ich muss ja noch immer. Zurück im Schlafzimmer liegt der Tigerpapa mit seinem Tablet im Bett und googelt, was wir machen sollen – ich rufe einstweilen meine Hebamme an. Sie sagt zu mir, dass ich mich wieder ins Bett legen soll, noch bis in der Früh schlafen und dann nach dem Frühstück zu ihr ins Geburtshaus kommen soll. Ich erkläre ihr, dass ich jetzt unmöglich schlafen kann und dass sich der Tigerpapa Gedanken macht wegen Infektionen, etc.. Na dann sollen wir eben kommen – also geht es ab ins Auto und zu ihr in das Geburtshaus. Wir parken und spazieren hinein. Ich habe Hunger – meine Hebamme rät mir vom Essen ab, doch ich bestehe darauf und deswegen macht sich der Tigerpapa noch auf den Weg zur Tankstelle und kommt mit Essen zurück. Ich weiß gar nicht mehr, was ich gegessen habe.. Ich glaube ein Weckerl.. Währenddessen untersucht mich meine Hebamme und es wird ein Einlauf gemacht. Da das Geburtshaus nur 3 Zimmer hat und alle belegt waren (2 Mütter mit Babys, eine Praktikantin), müssen wir im Geburtsraum bleiben – wir sollen noch etwas schlafen und die Hebamme lässt uns alleine. Kaum ist sie weg spüre ich, wie langsam Wellen durch meinen Körper schwingen, ganz leicht, ganz sacht, aber doch deutlich spürbar, sodass an Schlaf nicht zu denken war. Mit der Uhr vor Augen ziehen sich die kommenden 4 Stunden unendlich lange hin und gegen 7:30Uhr stehen wir müde auf, vor allem wegen der Aufregung. Zum Frühstück trinke ich ein paar Schlücke Tee, mehr schaffe ich nicht. Danach untersucht mich die Hebamme noch einmal und schickt uns dann spazieren. Da ja allgemein bekannt ist, dass man nach einem Blasensprung ja nur noch liegen soll, vor allem wenn das Baby noch nicht fest im Becken liegt, habe ich sie darauf angesprochen. „Sie kann sich nicht vorstellen, dass es so viel Fruchtwasser war und außerdem wird das ja wieder nachproduziert – alles nicht so tragisch..“ Na gut, man verlässt sich ja auf die Hebamme und so spazieren wir los. Die Wellen werden kontinuierlich stärker, aber absolut erträglich. Wir gehen noch einkaufen, gegen Mittag bitte ich aber den Tigerpapa, dass wir wieder zurück gehen – ich spüre, dass bald die Zeit kommt, wo ich die Wehen veratmen muss.. Wir gehen zurück in das Geburtshaus, mittlerweile nicht mehr ganz so locker. Die Hebamme untersucht mich wieder, doch bis jetzt hat sich noch nichts getan. Wir dürfen einstweilen das Zimmer der Praktikantin beziehen und ich mache es mir auf einem Ball gemütlich. Die Wehen werden stärker und regelmäßig – ich beginne, jede einzelne Wehe zu veratmen und habe einen sehr guten Rhythmus gefunden und kann auch Wehenpausen gut nutzen. Der Tigerpapa massiert meinen Rücken, ich kann mich aber nicht erinnern, dass wir noch viel miteinander geredet haben. Ich muss mich das erstes Mal übergeben und die Hebamme freut sich, denn es soll ja anscheinend ein gutes Zeichen sein, dass die Geburt voran schreitet. Um etwa 15 Uhr die nächste Untersuchung – noch immer tut sich nichts. Unsere Hebamme schickt uns zum Treppen steigen – die Wehenabstände waren nun schon sehr kurz und ich hatte nur wenige Wehenpausen. Und so gehen wir die Treppen langsam auf und ab – noch funktioniert das Veratmen der Wehen sehr gut, doch die fehlenden Wehenpausen machen mir zu schaffen. Wir gehen zurück, ich lege mich etwas hin, die Hebamme massiert mich. Mittlerweile habe ich mich schon öfter übergeben müssen, ich kann keinen Schluck Wasser bei mir behalten… Ich merke, wie meine Kraft weniger wird und mittlerweile habe ich gar keine Wehenpausen mehr.. Die Hebamme schlägt mir ein Bad vor und so geht es nun ins Badezimmer. Ich werde ermutigt, diese ganze Geburtsphase mehr zuzulassen. Ich hab keine Ahnung, ob es wirklich so war, doch ich habe in Erinnerung, dass ich mehr Schreien sollte und lasse mich von meiner Hebamme leiten – irgendwie fühle ich mich sehr unwohl, meine Hände und Beine kribbeln, die Schmerzen überrennen mich.. Ich bin müde, kraftlos und finde durch die fehlenden Wehenpausen keine Möglichkeit, irgendwie wieder Kraft zu sammeln.. Ich gehe wieder aus der Wanne heraus, keine Ahnung, wie lange ich gebadet habe. Danach werde ich wieder untersucht – die Hebamme war sich nicht sicher, entweder ist der Muttermund 3cm offen oder noch gar nicht. Sie sagt irgendwas von einer Falte und dass sie es nicht genau sagen kann.. Sie geht.. Ich frage beim Tigerpapa noch einmal nach, was sie gesagt – ich will es nicht glauben, dass sich möglicherweise noch gar nichts getan hat. Der Tigerpapa wiederholt ihre Worte, ich verzweifle..

Noch immer Mittwoch, etwa 18:30 Uhr. Wir sitzen im Auto auf dem Weg in das nächste Krankenhaus. Der Tigerpapa fährt, ich sitze hinten mit meiner Hebamme. Eine Wehe nach der andere rollt über mich, ich fühle mich leer. Ich kann mich nur noch erinnern, dass ich mich wunderte, wie der Tigerpapa so ruhig und langsam(!!) fahren kann und wie die Hebamme zu mir sagt: „Wir sagen dort im Krankenhaus einfach, dass der Blasensprung erst um 5 Uhr war!“ Ich glaube, ich protestiere, ich weiß es aber nicht mehr genau. Ich weiß auch nicht, was sie dann wirklich gesagt hat.. Der Tigerpapa lässt unsere Hebamme und mich beim Eingang des Krankenhauses aussteigen und parkt. Ich war in dem Krankenhaus noch nie.. Ich erinnere mich noch an die gefühlt ewig lange Liftfahrt, obwohl es nur zwei Stockwerke sind – ich habe es kaum mehr aus dem Lift geschafft. Der Tigerpapa kommt nach. Wir gehen in den Kreissaal – 19 Uhr Schichtwechsel. Ich ziehe mich um, vermutlich habe ich Hilfe dabei und lege mich auf das Bett. Durch den Schichtwechsel sind viele Leute im Raum. Ich habe es sehr chaotisch und laut in Erinnerung – meine Hebamme erzählt von den vorangegangenen Stunden. Der Tigerpapa liest sich die Papiere u.a mit den ganzen Geburtsrisiken durch – er soll auch unterschreiben, da mir das nicht mehr zugetraut wurde, ich weiß aber nicht, ob er es auch gemacht hat. Die Wehen geben mir nach wie vor keine Pausen zum Erholen. Ich werde untersucht – 3cm Muttermund.. Sie (wer auch immer) hängen mich an den Wehentropf und es wird mir gut zugeredet, dass es jetzt schneller gehen könnte – ich habe aber bereits aufgegeben.. Ich habe auch immer wieder gesagt, dass ich nicht mehr kann und nicht mehr will.. Es wird über die PDA gesprochen, der Tigerpapa will mir abraten, da seine Schwägerin nach der PDA unglaubliche Probleme hatte. Doch es ist mir egal, ich kann nicht mehr. Der Arzt für die PDA kommt, der Tigerpapa soll wieder alle Risiken unterschreiben – er hat mir hinterher erzählt, dass er das nicht unterschrieben hat. Der Arzt lässt sich die Situation/meine Situation erklären und dann kommt ein Satz von ihm, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird, auch heute habe ich ihn noch ganz klar im Ohr. Mit abwertenden Ton sagt er: „Erst 3cm und schon solche Schmerzen!?“.

Die PDA wird gelegt, der Tigerpapa macht sich große Sorgen. Doch bereits nach wenigen Minuten spüre ich Erleichterung – der Schmerz der Wehen geht deutlich zurück auf ein leicht aushaltbares Ausmaß. Völlig kraftlos liege ich im Bett. Meine Hebamme verabschiedet sich von mir und fährt – es ist mir in dem Moment egal.. Die Zeit verstreicht. Ich kann mich hinterher nicht mehr erinnern, wie wir die kommenden 3 Stunden verbracht haben. Der Tigerpapa hat mir danach erzählt, dass wir geredet haben, ich mich etwas ausrasten konnte, aber nicht geschlafen habe und dass ich mich noch mehrmals übergeben musste..

Mittwoch 23 Uhr, der Muttermund ist geöffnet, es geht in die Endphase. Ich setze mich auf den Geburtsstuhl. Doch da ich die Presswehen kaum spüre, wird die PDA abgedreht. Innerhalb weniger Minuten sind die Schmerzen wieder da – diesmal allerdings mit Pausen. Ich bin restlos überfordert – ich habe nicht mehr mit so intensiven Schmerzen gerechnet, niemand hat mich vorgewarnt.. Die Herztöne des Tigers sinken ab – ich muss lange Pause zwischen den Presswehen machen, damit sich unser Tiger zwischen wieder erholen kann. Unser Tiger scheint ebenso kraftlos und müde zu sein, er hilft nicht mehr mit. Ich bekomme eine Glukose-Lösung, da ich noch immer keinen Schluck Wasser bei mir behalten kann. Die Zeit zieht sich. Wir sind alle müde. Die neue Hebamme macht Musik und bringt dem Tigerpapa Kaffee. Ich nehme immer wieder verschiedene Stellungen ein, die mir die Hebamme rät, damit sich der Tiger besser in das Becken dreht bzw. die Schwerkraft mithelfen kann. Wann immer es von den Herztönen des Tigers geht, presse ich. Freunde von uns kommen zum Krankenhaus und entführen den Tigerpapa – es war noch immer reichlich Zeit.. Der Tigerpapa kommt nach einer halben Stunde wieder, ich rieche Rauch – ihn nimmt das alles sehr mit (er raucht seit 6 Jahren nicht mehr!). Dann geht es langsam doch in die heiße Phase – ich soll nach unten greifen und das Köpfchen fühlen, doch ich möchte nicht. Es bedarf noch einige Presswehen, bis unser Tiger dann letztendlich geboren ist.

Donnerstag, 1:04Uhr. Der Tiger wird auf meinen Oberkörper gelegt und zugedeckt. Er ist etwas bläulich im Gesicht, ich kann mich nicht erinnern, ob er weint. Ich streichle seine Hand, doch mein vorrangiges Gefühl ist einfach nur Erleichterung, dass alles vorbei ist! Ich fühle mich leer und müde. Die Plazenta löste sich ohne Probleme und verteilt nochmal viel Blut im Kreislauf beim spontanen Abgang. Fragt man den Tigerpapa heute nach der Situation, sagt er: „Hat ausgesehen wie auf einem Schlachtfeld!“. Meine Geburtsverletzungen werden behandelt. Danach wird der Tiger vermessen, gewogen und nochmal mitgenommen, da er immer noch etwas bläulich ist – die Hebamme kommt aber bald darauf zurück und die Hautfarbe hat sich normalisiert. Ich soll den Tiger anlegen – der Tigerpapa und ich sind restlos überfordert mit diesem kleinen Wesen, wir wissen nicht, wie wir es angreifen sollen *haha*. Trotz unserer Unfähigkeit trinkt unser Tiger – der Tigerpapa und ich bekommen noch eine Kleinigkeit zu essen. Mir wird strengstens verboten alleine aufzustehen wegen des hohen Blutverlust und ich werde mit dem Tiger in unser Zimmer gefahren. Der Tigerpapa fährt nach Hause – ich kann mir gar nicht vorstellen, welches Gefühl das sein muss, nach solch einem Tag alleine nach Hause zu fahren.. Der Tigerpapa hat auch niemals darüber gesprochen.. Bald darauf kommt die Nachtschwester und spricht mich scharf an, dass ich mein Baby doch nicht nackt (bzw. mit Windel bekleidet) ins Bett legen kann und zieht dem Tiger (ich habe es fast schon grob in Erinnerung) einen Body über und geht..

Etwa 4 Uhr.. Der Tiger und ich sind das erste Mal alleine. Im Gang brennt Licht, es beleuchtet auch unser Zimmer leicht. Ich liege mit dem Tiger gemeinsam im Bett unter einer Decke. Im dunklen Licht schaut mich unser Tiger mit großen Augen an, er sieht zum ersten Mal seine Mama – voller Liebe, voller Neugierde. Wir haben es gemeinsam geschafft. Dieser Moment ist magisch und wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Nach wenigen Minuten schlafen wir ein…

Schwangerschaft & Geburt

34. SSW – im Reinen mit der Tiger-Geburt

Nach der Geburt des Tigers hatten wir große Probleme, dieses traumatische Erlebnis verarbeiten zu können – sowohl ich als auch der Tigerpapa. Dementsprechend schwierig war auch die erste Zeit gemeinsam mit dem Tiger. Obwohl ich mich auf die Geburt meines Erachtens sehr gut vorbereitet habe, lief es überhaupt nicht wie geplant..

Sehr vorbildlich habe ich mich zu einem Schwangerschaftskurs angemeldet und diesen jede Woche besucht. Ich habe mir eine Hebamme gesucht, von der ich rundherum nur Gutes gehört habe.. Beim Kurs hab ich sie dann kennen gelernt und war so gar nicht begeistert – weder vom Kurs noch verstand ich mich mit der Hebamme sonderlich gut.. Aber da ich auf einige Meinungen vertraute und es die einzige Möglichkeit war, im Geburtshaus zu gebären, setzten wir diesen Weg fort – hätte ich mich bloß auf mein Gefühl verlassen…

Ich ging entspannt ohne jeglichen Ängste mit dem größten Vertrauen in mich selbst und einem positiven Geburtsbild im Geburtshaus mit Geburtsplan in die Geburt – also würde ich mal sagen unter optimalen Bedingungen.

Es kam so ganz anders und hinterließ Spuren. Daher war ich die letzten Wochen intensiv mit der Verarbeitung des Geburtstraumas und den Vorbereitungen für die kommende Geburt beschäftigt. Mit Hilfe eines Geburtsberichts lies ich alles nochmal Revue passieren. Ich führte intensive Gespräche mit dem Tigerpapa und meiner Mama und war auch nochmal bei der Heilpraktikerin, die mir damals schon geholfen hat.

Doch wirklich geholfen hat mir vorgestern eine Passage aus einem der Bücher, die ich momentan lese – eine einzige Seite, die mir gefühlt all die Last abgenommen hat – ich kann gar nicht genau sagen, warum eben dieser Erfahrungsbericht so viel beeinflusst hat.. Doch ich fühlte mich vorgestern unglaublich müde und tiefen entspannt – eine Kombination die dafür steht, etwas verarbeitet zu haben. Es sind nur wenige Zeilen, doch sie haben mir geholfen, die damaligen Ereignisse einfach zu akzeptieren und nicht mehr als mein persönliches Versagen zu betrachten. Ich fühle mich jetzt sehr frei und im Reinen mit der Geburt und kann mit neuem Vertrauen in die kommende Geburt starten – allerdings diesmal mit ganz anderer Vorbereitung.

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aus „Das Geburtsbuch“ von Nora Imlau (Buchvorstellung gibt es extra)

Ich besuche keinen Schwangerschaftskurs mehr, sondern lese stattdessen. Die Entbindung findet geplant in einem Krankenhaus statt, die erste Vorsorgeuntersuchung habe ich dort erst 2 Wochen vor dem Entbindungstermin. Ich suche mir keine fixe Hebamme mehr, sondern habe Vertrauen, dass es dann einfach passt, wenn es soweit ist. Ich halte auch nicht mehr an einer selbstbestimmten, natürlichen Geburt ohne jegliche medizinische Hilfsmittel fest, sondern lasse alles auf mich zukommen. Ich wünsche mir eine natürliche Geburt, doch ich bin gleichzeitig dankbar dafür, dass es medizinische Hilfe gibt, auf die ich gegebenenfalls im Notfall zurückgreifen kann.

Ich freue mich auf die Geburt, ich freue mich darauf, unsere kleine Biene in den Armen halten zu können und unser Leben zu viert zu erleben. Wie es kommt, so wird es passen – ich möchte mich diesmal nicht dagegen wehren und gehe hoffentlich entspannter aus diesem zweiten Geburtserlebnis!

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Schwangerschaft & Geburt

33. SSW – Vorbereitungen für und mit unseren Tiger

Eines meiner wichtigsten Anliegen in der gesamten Schwangerschaft und so ziemlich das Einzige, das ich die letzten Monate in Bezug auf die Schwangerschaft nicht vernachlässigt habe, ist die Vorbereitung unseres Tiger auf sein Geschwisterchen. Mit der Geburt des zweiten Kindes verändert sich unser Leben wieder – wir heißen ein neues Familienmitglied willkommen, welches viel Aufmerksamkeit brauchen wird und seine eigenen Bedürfnisse vor allem als Baby nicht hinten anstellen kann. Für uns alle verändert sich der Alltag, doch niemand ist davon so stark betroffen wie unser Tiger – er hatte bis jetzt immer unsere gesamte Aufmerksamkeit und Zeit für sich alleine. Unser Tiger wird derjenige sein, der am meisten zurückstecken muss, obwohl er sich die Situation im Gegensatz zu uns Eltern nicht ausgesucht hat. Daher ist es mir sehr wichtig, dass unser Tiger so gut wie möglich vorbereitet ist.

Über das Baby reden und mit einbeziehen
Wir haben unserem Tiger sehr bald von seinem Geschwisterchen erzählt. Ich habe oft gelesen, dass man den älteren Kindern nicht zu früh von der tollen Nachricht des Babys erzählen sollte, da die Zeit bis zur Geburt sehr lang sein kann. Ich muss aber gestehen, dass ich es nicht geschafft hätte, ihm nicht davon zu erzählen. Wir sprechen ja auch darüber und somit haben wir den Tiger von Anfang an mit einbezogen. Anfangs haben wir aber nicht oft über das Baby gesprochen – das hat sich einfach durch das drumherum so ergeben. Seit etwa 2 Monaten sprechen wir sehr oft über unser Baby und beziehen es auch in unserem Alltag mit ein. Uns war es auch wichtig, dass wir das Geschlecht des Babys erfahren und uns auf einen Namen festlegen, damit alles etwas greifbarer für den Tiger und auch für uns wird.

Das große Interesse des Tiger bezüglich des Babys hat mich immer sehr erstaunt, aber natürlich riesig gefreut. Er liebt es, mit dem Baby zu kuscheln oder darüber zu reden, wo denn momentan gerade der Kopf oder die Füße, etc. sind. Oft wollte der Tiger auch bei den Einschlafbegleitungen über das Baby reden und stellte auch immer wieder Fragen. Lange hat es ihn beschäftigt, ob das Baby nackt im Bauch ist und wir es erst anziehen müssen oder ob es schon Kleidung trägt. Er fragt auch immer wieder, ob er das Baby dann auch tragen darf bzw. möchte er ganz viel kuscheln und beim Wickel und Anziehen unbedingt mithelfen. Er hat auch schon gefragt, wie denn das Baby da raus kommt (er dachte, es kommt sicher aus dem Bauchnabel *hihi*) oder ob das Baby dann gleich mit ihm rutschen gehen kann. Mittlerweile bindet er das Baby mit seinem Namen auch schon ganz selbstverständlich in unseren Alltag mit ein. Wir sitzen vor Kurzem auf einer Bank, rückt unser Tiger ein Stück zur Seite und sagt: „Da darf dann unser Baby sitzen!“.

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Ich hatte nie das Gefühl, dass ihm die Zeit, bis das Baby da ist, zu lange ist. Manchmal fragt er, wann denn unser Baby aus dem Bauch heraus kommt und ihm reicht die Zeitangabe, dass es nicht mehr lange dauert, aber dass es noch etwas wachsen muss. Anfangs habe ich ihm immer gesagt, dass es raus kommt, wenn es groß genug ist – das war absolut verständlich für ihn. Sein großes Interesse an der Schwangerschaft und an dem Baby ist einfach richtig schön für uns!

Unser Geschwisterbuch
Vor etwa zwei Monaten haben wir ein Geschwisterbuch für den Tiger besorgt. Lange habe ich nach einem geeigneten gesucht, weil ich bestimmte Kriterien hatte, die das Buch erfüllen sollte. Wir haben dann dieses *hier* gefunden:

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Es beschreibt die Vorbereitungszeit, die Zeit wenn die Mama mit dem Baby im Krankenhaus ist und das ältere Geschwisterkind mit dem Papa zu Besuch kommt und die Zeit zu Hause mit dem Baby. Wichtig war mir vor allem, dass das ältere Geschwisterkind mithelfen darf, was in dem Buch sehr deutlich dargestellt wird. Außerdem beschreibt das Buch sehr gut, dass Mama auch mal keine Zeit hat wegen des Babys und ältere Kinder dann alleine spielen müssen, aber dass das Baby auch viel schlafen muss und dann ist die Zeit für das ältere Geschwisterkind. Vermeiden wollte ich, dass von vornherein dem Geschwisterkind klar gemacht wird, dass es wütend auf das Baby ist, weil die Eltern keine Zeit mehr haben – das kommt in einigen Geschwisterbüchern vor. Klar kann das vorkommen, doch es muss nicht und daher möchte ich es dem Tiger nicht vorher schon „einreden“, dass es so sein wird, indem das ältere Kind in dem Buch sich so verhält.

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Alles in allem könnte das Buch für unseren Tiger etwas länger sein, aber es beinhaltet kurz und bündig alles, was mir wichtig ist.

Das Schwangerschaftsbuch/Babyfotos
Neben dem Geschwisterbuch schauen wir uns regelmäßig mein Schwangerschaftsbuch an mit den Fotos von Babys bzw. auch mit Fotos, wie das Baby jetzt gerade im Bauch ausschaut. Besonders faszinierend ist für unseren Tiger das Foto mit dem Baby in der Babyschale – der Tiger freut sich schon sehr, dass das Baby bei ihm im Auto hinten sitzt und er dann nicht mehr alleine hinten sitzen muss.

Klar ist das Buch wie es ist für 2jährige Kinder nicht geeignet oder empfehlenswert. Ich wollte eigentlich für unseren Tiger ein eigenes Buch mit Fotos zusammenstellen, doch ich bin leider nicht dazu gekommen.. Zur Not geht es aber auch so ganz gut. Ab und an schauen wir uns auch das Babyalbum des Tigers an, das Schwangerschaftsbuch gefällt ihm aber irgendwie mehr…

Termine beim Frauenarzt
Bei zwei Ultraschallterminen durfte unser Tiger mit dabei sein. Er fand grundsätzlich den Besuch beim „Mama-Arzt“ sehr spannend *schmunzel*. Überraschenderweise hat er sich auch die Ultraschallbilder interessiert angesehen – wenn auch nur für 2 Minuten, was in dem Alter aber doch ganz schön lange ist, da man ja kaum was erkennt *haha*. Die ausgedruckten Ultraschallbilder hat er sich zu Hause dann immer wieder mal angesehen und stolz gesagt: „Das ist unser Baby!“. Die neueren Ultraschallbilder sind jetzt nicht mehr wirklich spannend, da man ja noch weniger erkennt.

Auch wenn unser Tiger vom Baby selbst sicher nicht viel mitgenommen hat, so war doch das ganze Drumherum vom „Mama-Arzt“- Besuch sehr aufregend und ich würde es wieder so machen.

Bildhafte Vergleiche
Um unserem Tiger bildhafter zu machen, wie groß oder schwer das Baby ist, haben ich ihm Gegenstände in die Hand gedrückt, die der Größe und dem Gewicht ähnlich sind. So konnte er sich vorstellen, wie das Baby eben so ist.

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Gemeinsame Vorbereitungen für das Baby
Besonders viel Interesse zeigte unser Tiger bei den gemeinsamen Vorbereitungen für das Baby. Wir haben die Babykisten aus dem Keller geholt und gemeinsam ausgepackt. Vor allem beim Gewandt war unser Tiger sehr eifrig, auch die Baby-Stoffwindeln findet er toll. Erste Kuscheltücher hat er gleich für sich beansprucht und kuschelt manchmal mit ihnen. Er freut sich schon sehr auf das MaxiCosi, welches noch im Keller ist. Die kommenden Wochen müssen wir noch einiges vorbereiten und ich denke, dass unser Tiger da überall mithelfen wird. Irgendwie sind wir ganz schön spät dran *haha*.

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Die Vorbereitung für unseren Tiger auf unser neues Familienmitglied war/ist für mich einfach unglaublich wichtig und ich bin überzeugt, dass sich unser Tiger auch auf die neue Situation besser einstellen kann, wenn er immer das Gefühl hat, mit eingebunden zu sein. Ich liebe es, wenn ich ihm sage, dass unser Baby wach ist und er sich daraufhin auf den Bauch kuschelt oder er unsere kleine Biene schon in seinen Alltag mit einbezieht. Seine Freude auf unsere kleine Biene macht auch meine umso größer und beruhigt mich. Unser Tiger ist großartig und wird der beste große Bruder werden, den es für die kleine Biene gibt!