..schlafen · 22 - 24 Monate · Bedürfnisorientiert · Gedanken

Es ist wie es ist – über unsere aktuelle Schlafsituation

Lange Zeit hatten wir jetzt eine ganz klassische und ich muss zugeben für mich eine wirklich angenehme Schlafsituation – nicht in Bezug auf das Schlafen selbst, sondern auf die Schlafenszeiten. Beide Kinder gingen abends zwischen 20 und 20:30 Uhr schlafen, standen gemeinsam zwischen 5 und 6 Uhr morgens auf und die kleine Biene schlief über mittag nochmal so 1-1,5 Stunden. Diese Zeit verbrachte ich als Qualitätszeit mit dem Tiger. Wir machten überwiegend Dinge, die mit der kleinen Biene gemeinsam oft nicht oder nur schwierig möglich waren – Puzzle bauen, Gesellschaftsspiele, Kugelbahn, längere Bücher lesen oder auch mal kuschelnd vor dem Fernsehen knautschen. Sobald die Kids abends im Bett waren, begann meine Zeit und diese nutzte ich fast immer zum Lernen oder natürlich auch mit meinem Mann.

Was aber, wenn sich das Schlafverhalten eines Kindes plötzlich verändert? Manchmal kann es so schwierig sein, etwas einfach anzunehmen wie es ist – austreten aus der eigenen Komfortzone und neue Wege suchen, um alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.

Seit (ich weiß eigentlich gar nicht so genau seit wann..) bestimmt drei Wochen hat unsere Biene ihr Schlafverhalten verändert. Sie hat angefangen, nachts unglaublich schlecht zu schlafen, sodass sie tagsüber einfach sehr müde war und ihren fehlenden Schlaf dann beim Mittagsschlaf nachgeholt hat. Allerdings konnte sie dann abends nach teilweise 3 Stunden schlafen tagsüber natürlich nicht einschlafen und so wurde es Abend für Abend später, bis sie anfing mit mir gemeinsam gegen 23 Uhr schlafen zu gehen.

Die ersten Tage waren ja noch ganz ok – ich habe es als kurze Lernpause gesehen, doch mit den Tagen wurde ich abends schon immer ungeduldiger und ja auch genervt, denn ich sah meine Zeit für mich einfach dahin schwinden.. Unsere gemeinsame Paarzeit und auch meine für mich wichtige Lernzeit.. Ja, ich könnte den Mittagsschlaf natürlich verkürzen, aber ich greife ehrlich gesagt ungern ins das Schlafverhalten meiner Kinder ein – vor allem ist unsere Biene dann den restlichen Tag wirklich anstrengend..

Und so bleiben im Grunde nicht mehr viele Handlungsoptionen und ich kann nur noch eine Entscheidung meiner persönlichen Einstellung zur Situation treffen – sich innerlich wehren und hoffen, dass es schnell vorbei geht oder die Situationen annehmen und das Beste draus zu machen.

Und so genieße ich nun die lange Mittagszeit mit dem Tiger und ich merke, dass es ihm richtig gut tut. Er findet auch ungestört in sein Spiel, so kann ich auch mal die ein oder andere Zeile lesen, zeichnen oder bloggen. Und ich genieße auch die Abendzeit mit der kleinen Biene und kann mich ganz ihr widmen. Abends ist sie immer so unglaublich ausgeglichen und entspannt und spielt auch mal gerne alleine, sodass ich problemlos auch nebenbei den Haushalt machen kann. Es fühlt sich fast an, wie eine kleine Auszeit mit nur einem Kind und ich merke, dass mir diese Zeit mit den Kindern einzeln auch sehr gut tut. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, wenn die Kinder keine Allein-Zeit mit mir haben, ist es auch ok. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie es vermissen. Und sogar in diesen Stunden mit einem Kind wird sehr oft nach dem Geschwisterkind gefragt – ob wir es nicht wecken können und warum es schläft und nicht mitspielt.

Und wann ich jetzt lerne? Ehrlich gesagt hab ich noch keine Ahnung. Aber ich weiß, dass es auch dafür eine Lösung geben wird, denn es gibt immer viele Möglichkeiten und auch lernen lässt sich in den Alltag mit Kinder integrieren – z.B. Lernkärtchen in die Toilette oder Küchenschränke hängen, den Kindern den Stoff erzählen (jaa, kann sehr lustig sein) und die Kinder haben ja auch noch Papa-Zeit.

Im Herbst mit dem Kindergarten-Beginn ändert sich dann aber sowieso wieder alles, deshalb möchte ich jetzt gar nicht viel herum experimentieren – ich bin gespannt!

Oft es ist aber für mich eine große Herausforderung, bestimmte Verhaltensweisen meiner Kinder so anzunehmen, wie sie eben sind. Manchmal ist es schwierig, seine eigene Komfortzone zu verlassen und zu akzeptieren, dass es eben nicht immer so ist, wie man es sich vorstellt. Es ist wirklich eine Herausforderung, aus jeder Situation das Beste zu machen, egal wie doof es manchmal auf den ersten Blick wirkt. Aber es zahlt sich immer aus, die Momente mit den Kindern zu genießen und alles anzunehmen, wie auch immer es kommt.

Ja, es ist eben so wie es ist – und es ist gut so. Meistens ist eben doch nur eine Phase.


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#MontessoriEntdecker · 19 - 21 Monate · Bedürfnisorientiert · Vorbereitete Umgebung

Die Töpfchenecke der kleinen Biene

Heute habe ich den zweiten Beitrag zum Thema „Vorbereitete Umgebung“ für euch und ich zeige euch die Töpfchenecke der kleinen Biene. Vorweg erzähle ich euch aber ganz kurz, wie es überhaupt zu dieser Ecke kam.

Als ganz kleines Baby habe ich unsere Biene regelmäßig erfolgreich abgehalten, allerdings war das nach dem Mobil werden mit etwa 6 Monaten vorbei. Ich lies sie zwar immer wieder mal ohne Windel, aber überwiegend trug sie Stoffwindeln. Vor drei Monaten habe ich mir auf ganz blöde Weise den kleinen Finger gebrochen und war nach der OP sehr eingeschränkt – wickeln war z.B. überhaupt nicht möglich. Also habe ich der kleinen Biene eine Ecke für ihr Töpfchen eingerichtet und die Windel einfach weg gelassen – aufwischen geht nämlich im Gegensatz zu wickeln problemlos mit einer Hand. Nach den ersten zwei Wochen hat dann unsere Biene angefangen, die Windeln komplett zu verweigern und so dauerte es noch etwa 2 oder 3 Wochen, bis ihr der Knopf aufging und sie erfolgreich aufs Töpfchen ging. Ich muss aber offen und ehrlich zugeben, dass ich diese Zeit wirklich sehr viel geputzt und gewischt habe, denn ich fragte zwar die kleine Biene regelmäßig ob sie muss, doch akzeptierte zu jeder Zeit ihr nein. Wir hatten dann unterwegs noch Windeln, doch mittlerweile ist sie schon seit einiger Zeit komplett windelfrei tagsüber und sagt die meiste Zeit bzw. zu Hause geht sie einfach selbstständig aufs Töpfchen. Nachdem die Windeln auch über eine Woche nachts trocken geblieben sind, haben wir auch in der Nacht die Windeln weg gelassen und die letzten 3 Wochen noch keinen einzigen Unfall.

Ich bin wirklich sehr fasziniert von unserer kleinen Biene, dass das soo gut klappt. Auf der anderen Seite bin ich wirklich etwas traurig, da ich die Stoffwindeln vermissen werden..

Jetzt zeige ich euch aber noch die Ecke für unsere kleine Biene – sehr einfach, aber mit allem, was sie so braucht. Sie mag diesen Platz gerne und sitzt öfter auch einfach so dort und blättert in ihrem Buch – sie ist übrigens sehr begeistert davon.

In der Kategoie „Vorbereitete Umgebung“ findet ihr alle Beiträge, die ich bis jetzt zu dem Thema verfasst habe.


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-> 3,5 Jahre · ..schlafen · 13 - 15 Monate · Bedürfnisorientiert

Nacht für Nacht für Nacht…

Wer uns auf *Instagram* ein wenig folgt, liest ab und an mal von unseren schlaflosen Nächten und meiner Müdigkeit. Lange habe ich auch überliegt, das auf dem Blog zu thematisieren und mich nun entschieden, dass ich über unsere Schlafsituation schreiben möchte.

Seit einer ganzen Weile ist es schon so, dass beide Kinder miserabel schlafen. Jedes Kind für sich wäre nicht das Problem, doch beide Kinder gemeinsam bringen mich mittlerweile an meine Grenzen.. Unser Tiger wird jede Nacht zwischen 2 und 4mal wach. Meist muss er aufs WC und findet dann nicht wieder in den Schlaf und dann kann es schon auch gerne eine Stunde dauern, bis er wieder einschläft. Natürlich möchte er in dieser Zeit nicht alleine sein, so dass ich bei ihm bleibe, wenn es von unserer Biene aus klappt. Etwa gegen 6 Uhr früh beendet er die Nächte. Unsere Biene stillt im Stundentakt, selten schafft sie es mal 2-3 Stunden am Stück zu schlafen. In der zweiten Nachthälfte hat sie fast jede Nacht eine Wachphase, die dann auch mal bis zu drei Stunden dauern kann. In dieser Wachphase ist sie oft gut gelaunt oder möchte laaaange stillen (aber bitte nur in aufrechter Position…) oder weint, weil sie übermüdet ist und nicht mehr stillen möchte… In jedem Fall bin ich mit wach oder döse im Halbwachzustand dahin.. Lange hat mich dieses Schlafverhalten der Kinder nicht weiter gestört und ich habe es guter Dinge als Phase abgetan. Doch die Phase dauert jetzt schon mehrere Monate an und mittlerweile merke ich, dass ich an meine persönlich Grenze gekommen bin. Ich habe das Gefühl, mein Akku ist leer und nichts geht mehr.. Mittlerweile greift mein *Schlafnotfallprogramm* nicht mehr und ich bin einfach sooo müde, dass ein wenig Ausnahmezustand bei uns herrscht.. Mittags, während des Mittagsschlafs der Biene darf der Tiger Feuerwehrmann Sam schauen, damit ich die Zeit zum Schlafen nutzen kann… Das ist für mich natürlich keine Lösung, da mir die Qualitätszeit mit dem Tiger alleine fehlt, aber ich komme sonst nicht über den Tag.. Meistens wird gejausnet und in der Wohnung erledige ich nur mehr das Notwendigste, meine Ausbildung ist seit Wochen auf Eis gelegt.. Der Tigerpapa unterstützt mich, wo er nur kann, aber auch seine Möglichkeiten sind begrenzt, da beide Kinder absolute Mama-Kinder sind (was ich eigentlich wirklich genieße!), er ja auch den ganzen Tag arbeitet und nachts natürlich auch wach wird bzw. wenn beide Kinder gleichzeitig wach werden, kümmert er sich um den Tiger. Schon länger ist klar, dass sich bei uns etwas ändern muss…

Grundsätzlich bin ja der Meinung, dass Kinder ihren natürlich Schlaf-Rhythmus finden – bei manchen dauert es eben etwas länger.. Beim Babytiger habe ich damals jeden Ratschlag, den ich irgendwie erhalten habe, probiert und war richtig verzweifelt, weil er soo ein schlechter Schläfer war.. Erst mit etwa 1,5 Jahren wurde es langsam besser – ganz unabhängig davon, was ich in der Zwischenzeit ausprobiert habe. Von mehr Licht oder weniger Licht, später oder früher ins Bett, längerer oder kürzerer Mittagsschlaf, etc. war alles dabei – schreien lassen war natürlich niemals eine Option! Allerdings spielte natürlich seine Allergie eine große Rolle, die wir ja lange nicht gefunden haben.

Nun gehört unsere Babybiene auch ganz klar zu den schlechteren Schläfern. Wie immer, wenn es bei uns nicht rund läuft, habe ich mich auf meine Bücher gestürzt und dort nach Rat gesucht – meine Wahl fiel diesmal auf „Babyjahre“ von Remo H. Largo. Er beschreibt im Kapitel „Schlafverhalten von 10 bis 24 Monate“:

„[…]jedes Kind einen individuellen Schlafbedarf hat. Ein Kind kann nur einschlafen, wenn es müde ist und es wird nur so lange schlafen, wie es seinem Schlafbedürfnis entspricht. Ein Kind, das tagsüber lange schläft, wird also nachts entsprechend weniger Schlaf brauchen […]. Anna schläft am Nachmittag etwa 3 Stunden. Nachts wacht sie nach 6 Stunden Schlaf auf und spielt quietschvergnügt 1 bis 3 Stunden, weil sie ausgeschlafen ist. Die Eltern werden dem Kind nicht gerecht, wenn sie von ihm verlangen , dass es weiterschlafen soll. Anna kann nicht mehr einschlafen.“*
*Zitat aus dem Buch „Babyjahre“ von Remo H. Largo

Auch wenn Anna in dem Fall bereits 2 Jahre alt ist und unsere Biene tagsüber bei weitem nicht so viel schläft, so sind die beiden Situationen doch irgendwie miteinander vergleichbar. Unsere Biene ist ebenfalls nachts sehr ausgeschlafen und möchte eigentlich die Welt entdecken.. Diese Wachphase kann bei ihr wie gesagt bis zu 3 Stunden dauern.. Sie findet nicht mehr in den Schlaf, weil sie einfach ausgeschlafen ist.. Zumindest ist es oft so..

Der Autor des Buches rät, erst mal zu beobachten, wie viel Schlaf das eigene Kind gesamt braucht, wie viele Stunden davon tagsüber, damit es fit und aktiv sein kann und wann die passendste Schlafenszeit ist. Also habe ich angefangen, unsere Biene zu beobachten und ihre Schlafenszeit von 18 Uhr etwas nach hinten zu verlegen auf nach 19 Uhr, lieber erst 19:30 Uhr. Diese erste Veränderung brachte wirklich etwas Besserung, was die stundenlangen Wachphasen betrifft. Wir haben zwar noch immer kaum Nächte ohne Wachphasen, aber sie sind deutlich kürzer geworden. Trotzdem ist die Situation mittlerweile untragbar für mich geworden, denn ich bin nicht nur unendlich müde, sondern auch ständig krank..

Nun werden wir weiterhin an unserer Schlafsituation schrauben, auch wenn ich eigentlich nicht wirklich möchte. Doch so wie es die letzten Wochen und Monate war, kann es nicht bleiben. Wir werden versuchen, ob es besser klappt, wenn wir unseren Tiger wieder zurück ins Schlafzimmer holen. Zum einen können wir mit ihm schneller aufs Klo gehen und er findet hoffentlich gleich wieder in den Schlaf. Zum anderen sind wir da, wenn er unsere Nähe sucht und kann so vielleicht gleich wieder weiter schlafen. Er schläft bei der Tigeroma nämlich immer durch und da darf er bei ihr im Bett schlafen. Außerdem werde ich langsam damit starten, unsere Biene nachts abzustillen. Ich stille unglaublich gerne, doch es belastet meinen Körper sehr.. Ich weiß, dass das nicht ohne weinen klappen wird und so werde ich ihren berechtigten Frust so gut es irgendwie geht begleiten. Bereits zwei Abende konnte sie mit dem Papa ohne stillen einschlafen (ich war da aber komplett außer Haus) und darauf kann ich jetzt (mit hoffentlich nicht allzu großem schlechten Gewissen) bauen.

Nun liegen unsere beiden Kinder das erste Mal seit langem wieder gemeinsam im Schlafzimmer und ich bin schon sehr gespannt, wie es klappt! Ich hoffe einfach soo, dass sich unsere Schlafsituation bald bessert und dass die Veränderungen mehr helfen als schaden (was für mich aber kaum noch möglich ist)!

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..schlafen · Bedürfnisorientiert

Notfallprogramm bei Schlafmangel

Seit Wochen stillt unsere Biene nachts im halb- oder Stundentakt und die meisten Nächte sind wir 2 oder 3 Stunden wach, weil unsere Biene nicht wieder in den Schlaf findet.. Mein neuer Fitnesstracker hat eindrucksvoll aufgezeichnet, dass ich die letzten 12 Nächte (seit ich ihn habe) genau 3 Nächte mehr als 4 Stunden geschlafen habe.. Heute fasse ich euch einige Tipps zusammen, wie ich es mit diesem enormen Schlafmangel trotzdem schaffe, die Nächte und darauf folgenden Tage halbwegs entspannt zu überstehen.

„Nur eine Phase“
Vor allem für Erstlingseltern ist diese Aussage keine wirklich Hilfe, doch beim zweiten Kind weiß man dann, dass es schlichtweg stimmt – es ist eine Phase, die früher oder später vorbei geht. Allerdings können Phasen auch mal 2 oder 3 Monate dauern und sich daher ziehen.. Im Grunde geht es darum, diese Phase so entspannt wie möglich zu „überstehen“. Bis jetzt war die letzten Wochen der Schlafmangel  für mich nicht so schlimm, doch ich merke langsam, dass es doch richtig zehrt! Es wird jetzt Zeit, dass ich mein persönliches „Notfallprogramm“ starte, um diese Phase des wenigen Schlafes gut und halbwegs ausgeglichen zu schaffen.

Annehmen der Situation
Das ist vermutlich der Ratschlag, der am leichtesten gesagt, aber am schwierigsten umsetzbar ist – aber er ist sehr effektiv. Die Situation anzunehmen macht lange Nächte oft leichter. Zu wissen, dass es jetzt eben so ist und dass auch wieder schlafreichere Nächte kommen, nimmt viel Druck aus einer schlechten Schlafsituation und bringt mir selbst oft die notwendige Gelassenheit, um mich nicht stressen zu lassen.

Jede Minute Schlaf zählt!
Wenn wir so wie jetzt schon sehr lange wenig schlafen, kommt irgendwann der Punkt, an dem jede Minute Schlaf zählt. Abends gehe ich mit den Kindern schlafen und auch wenn ich dann oft nicht gleich einschlafen kann, ist es troztdem erholsamer als noch wach zu bleiben. Erstlings-Mama sollten auch unbedingt den Tagesschlaf des Kindes mitschlafen – bei mehreren Kinder ist das natürlich schwieriger. Am Wochenende stehe ich meistens mit den Kindern auf und wenn der Tigerpapa dann wach ist, gehe ich schlafen – jaa, ich verpasse dann oft das gemeinsame Frühstück.. Doch in einer Schlafdürrperiode ist Schlaf einfach essentiell und ich stelle da dann gerne mein Schlafbedürfnis über dem Bedürfnis einer gemeinsamen Mahlzeit oder auch über Paarzeit mit dem Tigerpapa oder Zeit für mich. Den Kindern schadet es nicht, wenn wir phasenweise nicht jede Mahlzeit gemeinsam essen (obwohl mir das grundsätzlich wichtig ist) und auch eine stabile Beziehung zerbricht nicht wegen 2 Monate weniger Zeit füreinander. Im Gegenteil hatten der Tigerpapa und ich weit mehr „Probleme“, als wir beide sehr unter Schlafmangel litten und trotzdem unsere Paarzeit erzwingen wollten, wie es beim Tiger damals war. Wie gesagt, es ist eine Phase und es kommen auch wieder andere Zeiten!

Ablenkung für mehr Geduld
Während den Wachphasen bzw. wenn ich während des Stillens nicht einschlafen kann, lenke ich mich gerne ab. Momentan lese ich stundenlang in diversen Facebook-Gruppen zu allen möglichen Themen – Hauptsache nicht zu anspruchsvoll. Dadurch bin ich abgelenkt und gelassener während dieser Wach- bzw. Stillzeit und es fällt mir leichter, Nerven zu bewahren. Auch hier gilt, dass jeder für sich die richtige Ablenkung finden muss. Wenn ich einfach nur darauf warte, bis unsere Biene schläft, zieht sich jede Minute in die Länge und ich docke dann in meiner Ungeduld zu früh ab, was die Wachphase von vorne beginnen lassen kann..

So wenig wie möglich, so viel wie nötig.
Dieses Mantra gilt für mich, wenn es um den Haushalt geht. Dank *FlyLady* laufen meine eingeführten Routinen sehr gut, auch wenn ich sehr müde bin. Gar nichts im Haushalt machen ist für mich nicht tragbar, da ich mich nicht wohlfühle und alles unter Schlafmangel noch schlimmer ist. Außerdem ist der Alltag mit den Kindern viel schwieriger, wenn Chaos herrscht und sich dadurch eine „Nein-Umgebung“ bildet. Was allerdings nicht notwendig ist, bleibt liegen!

Ungefähr gleich sehe ich das in Bezug auf das Kochen. Da kommt es schon mal vor, dass Gebäck gekauft wird (normal backe ich alles selbst) oder es eben Pommes mit Ketchup zu Mittag gibt. Über einen kurzen Zeitraum ist es kein Problem für mich, weniger zu kochen bzw. auch auf ausgewählte Fertigprodukte zurück zu greifen und auch hier habe ich immer im Hinterkopf – es ist eine Phase und wir werden vielleicht schon wenige Tage später mehr Energie zum Kochen haben! Außerdem gibt es auch schnelle gesunde Varianten wie Salat oder einen Smoothie.

Auf Nährstoffe achten
Der Schlafmangel fordert den Körper unglaublich, außerdem wie bereits erwähnt schaffe ich es in schlafarmen Phasen einfach nicht, täglich gesund und frisch zu kochen und so kann es schnell zu Engpässen in der Versorgung kommen, die den Körper gleich noch mehr fordern und Müdigkeit zusätzlich fördert. So greife ich in den Zeiten ganz bewusst auf Supplementierungen zurück! Ich achte dabei, dass ich ausschließlich natürliche Produkte wähle. Wenn jemand von euch nähere Infos dazu haben möchte, bitte meldet euch bei mir – ich möchte hier an dieser Stelle keine Werbung für etwas machen. Seit ich es so handhaben, kann ich mit Schlafmangel deutlich leichter umgehen und fühle mich fitter.

Übrigens trinke ich normal koffeinfreien Kaffee, dann hilft Kaffee mit Koffein besonders gut, wenn es mal notwendig ist.

Sich selbst etwas Gutes tun
Wie auch immer das ausschauen mag, denn jeder hat andere Bedürfnisse. Ich nehme mir manchmal 5 Minuten Auszeit, setze mich einfach zum Tisch und genieße meinen Kaffee – natürlich wähle ich den Zeitpunkt so, dass es auch mit den Kindern passt. Da unser Tiger tagsüber nicht mehr schläft, kuscheln wir uns während des Schlafenszeit der Biene gemeinsam aufs Sofa und schauen uns eine Tierdokumentation oder Sport im Fernsehen an. Grundsätzlich schauen wir aus verschiedenen Gründen überhaupt nicht mehr Fern, aber diese Zeit mit dem Tiger genieße ich sehr. Wir sprechen viel über das Gesehene und ich sehe das auch absolut als Qualitätszeit zu zweit. Es gibt auch andere ruhige Aktivitäten, die dann etwas Erholung bringen.

Sag JA zu Hilfe
Grundsätzlich ist das sicher der Punkt, der mir mit Abstand am schwersten fällt bzw. es wirklich schon gaaaaanz schlimm sein muss mit Schlafmangel und nichts mehr geht, damit ich Hilfe annehme! Meistens fange ich eine Überforderung meinerseits schon mit den oben genannten Ideen ab, sodass ich gut alleine mit den Kindern und dem Schlafmangel klar komme. Aber für viele ist es sicher eine tolle Sache, wenn die Großeltern mal 2 Stunden auf die Zwerge schauen können und man selbst dann schlafen kann. Vor allem als der Tiger klein war, war ich meiner Mama soo dankbar dafür. Meiner Nachbarin koch ich manchmal mit, wenn ihr Sohnemann sehr wenig schläft und ich glaube, sie freut sich darüber. Hilfe gibt es in verschiedenen Art und Weise und jeder muss selbst schauen, was für sich selbst eine Hilfe ist und was nicht so.

Meine Gedanken zum Abschluss
Mit diesem Notfallplan fällt es mir auf alle Fälle leichter, Phasen mit sehr wenig Schlaf (wie momentan der Fall) gelassener zu überstehen. Natürlich kann ich es nicht abstreiten, dass dieser enorme Schlafmangel trotzdem sehr zehrt.. Ich weiß allerdings, dass es bald wieder bessere Nächte geben wird und auch wenn es noch etwas dauern sollte, ich freue mich riesig darauf! Bis dahin mache ich einfach das Beste aus der Situation für mich und meine Familie!

Wer den Spruch „schlafen wie ein Baby“ geprägt hat, hatte sicher keine eigenen Kinder! Geschlafen wie ein Baby im klassischen Sinne, hat unsere Biene von Anfang an nicht.. Hier ist unsere Biene noch nicht mal 2 Monate alt – kleine Baby-Biene <3

Habt ihr noch Tipps, um mit enormen Schlafentzug fertig zu werden?

-> 3 Jahre · ..ohne Worte · 10 - 12 Monate · Alltag · Bedürfnisorientiert

Nicht immer mit-, aber niemals ohne einander!

Der große Tiger und die kleine Biene haben eine ganz besondere Beziehung zueinander. Seit fast einem Jahr verbringen sie ihre Zeit durchgehend miteinander und haben sich dabei kennen und lieben gelernt. Der Tiger war schon als Baby sehr von seiner Schwester angetan und bis heute hat sich daran nichts geändert. Auch sie vergöttert ihren Bruder – wenn er kommt, erscheint in ihrem Gesicht ein Strahlen.

Unser Tiger hat durch unsere Biene schon soo viel gelernt! Er war immer das Kind, das immer zurücksteckte und sich von anderen Kindern alles gefallen lies. Mit ihr wurde unser Tiger selbstbewusster und lernt jetzt Strategien, seine Sachen zu verteidigen und sich durch zu setzen – auch gegenüber anderen Kindern. Klar, läuft unser Alltag daher nicht immer ohne Reiberein – bei einer so engen Bindung auch gar nicht immer möglich. Und so kommt es doch ab und an vor, dass unser Tiger alleine ins Kinderzimmer geht und die Türe schließt, weil er kurz Ruhe haben möchte. Meist dauert es aber keine Minute und er schaut, was seine Schwester macht. Wenn er morgens wach wird oder er nach Hause kommt, ist die erste Frage nach seiner Schwester. Die beiden lachen soo unendlich viel miteinander, dass ich oft gar nicht weiß, wie viel Liebe noch in unsere Familie passt – jedesmal scheint nicht mehr möglich zu sein und ich werde doch immer wieder überrascht! Unsere zwei Kinder so zusammen zu sehen, ist einfach unendlich schön. Der Tiger gibt seiner Schwester immer etwas von seinem Essen ab, hilft ihr bei den ersten Trinkversuchen und kugelt sich vor Lachen fast zu tode, wenn sie Quatsch macht. Er möchte sie meistens bei sich haben, auch wenn er dadurch Abstriche in seinem eigenen Spiel machen muss. Er baut Türme für sie, die sie dann umschubsen darf oder zeigt ihr, wie man malt. Unser Tiger hebt sie auch hoch und schleppt sie durch die Gegend – das schaut doch oft sehr brutal aus, aber beide lachen dabei. Er ist dann immer sehr stolz und erzählt mir mit lachendem Blick, dass er sie „gehoppert“ (getragen) hat. Er erzählt mir auch immer gleich, wenn unsere Biene wo hoch klettert, wo sie herunterfallen könnte und passt gut auf sie auf.

Ich bin soo dankbar, zwei so wundervolle Kinder zu haben und freue mich auf jeden neuen Tag, die ich sie in ihrem Leben, in ihrem Aufwachsen, in ihrer Entwicklung begleiten darf und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass sie ihre tiefe Liebe zueinander nie verlieren werden, denn die Beziehung zwischen Geschwistern ist etwas ganz Besonderes!

-> 3 Jahre · ..ohne Worte · 10 - 12 Monate · Alltag · Bedürfnisorientiert

Qualitätszeit im Alltag mit den Kindern!

Die letzten zwei Monaten war ich insgesamt zwei Wochen krank und der Tigerpapa hatte gesamt drei Wochen Urlaub. So unterschiedlich diese Erlebnisse sind, so haben sie doch eines gemeinsam: unsere Alltagsroutine wird aus der Bahn geworfen! Und vor allem bei unserem Tiger entsteht dadurch oft ein großes Konfliktpotential. In diesen besonderen Wochen bleibt auch gerne im Haushalt immer einiges liegen, so dass auch die Woche danach noch nicht recht in der Routine läuft. Außerdem hat unser Tiger momentan eine Phase (wahrscheinlich auch bedingt durch die letzten Wochen), in der sein Aufmerksamkeitstopf keinen Boden zu haben scheint. Kaum eine Sekunde kann er sich alleine beschäftigen und wuselt den ganzen Tag um mich herum. Die Schlafenszeiten der Biene gehören nach wie vor ausschließlich ihm und wir genießen diese Zeit zu zweit sehr. Aber auch mit ihr, also unsere Zeit zu dritt mag unser Tiger sehr gerne. Und so kommt es, dass ich oft nur das notwendigste im Haushalt mache und mir gaaaanz viel Zeit für unsere Kinder nehme. Ich liebe unseren Alltag und ich könnte mir mein Leben momentan nicht anders vorstellen, als mit meinen zwei wundervollen Kindern zu verbringen! Ab Herbst 2018 wird unser Tiger in den Kindergarten gehen. Jetzt freue ich mich aber erst mal, dass wir noch dieses wundervolle Jahr rund um die Uhr miteinander verbringen können – denn die Zeit vergeht einfach soo schnell und da bleibt nichts anderes übrig, als in vollen Zügen zu genießen!

Mit ein paar Bildern nehme ich heute einfach mal mit durch unsere Qualitätszeit!

-> 3 Jahre · ..autonomie · Bedürfnisorientiert

Über meine Problemlösungen…

Gestern habe ich euch meine *Emotionen von der falschen Erwartungshaltung* geschildert. Lange habe ich überlegt, ob ich den Beitrag veröffentlichen sollte.. Heute möchte ich gerne noch meine Gedanken dazu teilen, welche zwei Strategien ich für mich gefunden habe, wenn die Tage konfliktreicher werden und sich irgendwo ein blöder Kreis entwickelt.

Zuerst achte ich in erster Linie auf mich. Ich höre mir selbst zu, wie geht es mir, habe ich alles, was ich brauche, welches Bedürfnis ist momentan vielleicht nicht befriedigt. Wenn ich von den Kindern genervt bin, hat das meistens wenig mit ihnen zu tun, sondern einen ganz anderen Grund. Ich bin z.B. weit ungeduldiger, wenn ich mit dem Tigerpapa eine Meinungsverschiedenheit habe, oder wenn ich von jemandem aus irgendeinem Grund enttäuscht bin. Oft reicht alleine diese Erkenntnis, um unseren Alltag wieder stressfreier zu machen. Ich achte auf meine Bedürfnisse und schaue, dass es mir gut geht oder tu mir etwas Gutes. Ich achte auch auf mein Verhalten – ist ein Nein gegenüber dem Tiger wirklich gerechtfertigt, muss ich ständig was (negatives) sagen, wo kann ich ihm etwas Gutes tun. Manchmal lösen sich sehr viele Emotionen in mir auf, wenn ich mich einfach mit den Kindern ins Kinderzimmer setze und spiele. Wir bauen mit Duplo, stapeln Bauklötze und werfen sie wieder um, wir stecken Bügelperlen oder wir machen uns gute Laune Musik an. Und ich mache mir bewusst, wie toll und wertvoll unsere gemeinsame Zeit ist.

Als zweites achte ich ganz bewusst auf all das Positive, all das Schöne in unserem Alltag. Noch mehr als sonst freue ich mich über das Lachen meiner Kinder, über ihre Umarmungen, über ihren Umgang miteinander. Und vor allem mache ich mir die Kooperationsbereitschaft des Tigers bewusst. Ein Beispiel. Mir persönlich ist Hände waschen nach dem Essen sehr wichtig. Geht der Tiger von 5 mal 4 mal von sich aus Hände waschen, dann wertschätze ich das und reite nicht auf dem einen mal herum. Ich nehme mir dann immer bewusst vor, ihn als den kleinen dreijährigen Tiger zu sehen, der er eben noch ist, mit allem, was er noch lernen möchte und wird. Ich versuche so wenig wie möglich von ihm zu erwarten und freue mich einfach mit ihm, begleite ihn auf seinem spannenden Weg. Und sehe Dinge, die nicht so laufen, wie ich es mir vielleicht vorstelle, einfach lockerer.

Mit diesen beiden Strategien schaffe ich es meist innerhalb kürzester Zeit, dass ich uns aus dem „Negativ – Strudel“ befreie. Allerdings muss ich auch sagen, dass es mich manchmal belastet, dass unsere Harmonie in der Familie mit meiner Stimmung steht oder fällt. Wenn ich schlecht drauf bin, überträgt sich das automatisch auf alle Familienmitglieder und schon ist der Wurm drinnen. Vor allem der Tiger kann nicht damit umgehen, wenn es mir nicht gut geht und reagiert so darauf, wie er es eben kann. Aber ich habe mittlerweile gelernt, dass es völlig in Ordnung ist, wenn es mir mal nicht so gut geht und ich daher ungeduldig bin, denn ich weiß jetzt, wie wir diesen Kreislauf dann auch wieder verlassen können. Und die meiste Zeit kann ich unseren Familienalltag sehr genießen!

Denn unser Alltag ist ihre Kindheit!

-> 3 Jahre · ..autonomie · Bedürfnisorientiert

Über falsche Erwartungenshaltungen..

Ich liebe meine Kinder! Ich liebe sie, bedingungslos, von ganzem Herzen und stärker als andere in meinem Leben!

Unser Tiger ist 3 Jahre alt.. 3 Jahre… Irgendwie ganz schön groß, irgendwie auch nicht! So groß, dass es ganz bestimmte Erwartungshaltungen hervorruft und zu klein, um diese erfüllen zu können…

Vor einigen Tagen habe ich nach einer Konfliktsituation über meine Gefühle mit dem Tiger gesprochen.. Ich war traurig… Ich habe ihm mein Herz offen gelegt… Ich habe mich bei ihm entschuldigt.. Er sah mich an und wollte Nüsse! Ja wirklich, Nüsse zum Essen! Das war seine Reaktion auf meine Emotionen.. Er wollte Nüsse… Ich war wütend und traurig.. Ich wollte über meine Gefühle sprechen.. Ich sah mein Bedürfnis als das Wichtigere an.. Er hörte mir nicht zu, denn gedanklich war er bei den Nüssen.. Ja, über Gefühle zu reden ist in meinen Augen wichtiger, doch er weiß das noch nicht, er wollte einfach nur Nüsse. Ich möchte ihm keine Nüsse geben, denn ich möchte über mich sprechen.. Über die voran gegangene Situation.. Die war für ihn schon längst wieder erledigt.. Er wollte Nüsse.. Dass ich ihm keine Nüsse geben wollte, machte ihn traurig.. Er weinte.. Ich fühlte mich schrecklich.. Ich erwarte mir, dass er mit seinen 3 Jahren seine Bedürfnisse/Wünsche hinten anstellt, obwohl ich das selbst nicht kann.. Warum konnte ich ihm nicht einfach seine Nüsse geben?

Manchmal hält er sich die Ohren zu.. Dann hab auch ich es verstanden und halte meine Klappe.. Ich rede zu viel.. Ich meckere zu viel… Ich kritisiere zu viel.. Ich sage zu oft nein…

Manchmal fehlt mir die Geduld zu warten, wenn ich mit ihm rede und keine Reaktion von ihm kommt.. Ich nehme ihm die Chance zu entscheiden.. Und zwar selbst zu entscheiden.. Und darüber nachzudenken.. Und reagiere vorschnell..

Manchmal glaube ich, er hört mir gar nicht zu, doch das stimmt gar nicht.. Und wenn ich ihn in einem Flow unterbreche, bin ich dann nicht selbst Schuld, wenn ich keine Antwort bekomme?

Manchmal erwarte ich von ihm Kooperationsbereitschaft, wenn ich nicht bereit bin zu kooperieren.. Ich erwarte von ihm zu kooperieren, wenn ich es nicht kann, wenn mein Maß an Kooperationsbereitschaft überschritten ist – woher sollte er es können?

Manchmal habe ich eine völlig falsche Erwartungshaltung an ihn habe.. Ich erwarte, dass er zuhört.. Dass er versteht.. Dass er darauf eingeht.. Das führt doch nur zu Frust auf beiden Seiten.. Er möchte entdecken.. Er möchte erleben.. Er möchte Dinge ausprobieren, die ich nicht toll finde.. Er möchte es einfach.. Und er möchte sehen, wie ich reagiere.. Er möchte wachsen.. Er möchte lernen… Und bei all dem macht er nichts gegen mich, sondern alles nur für sich..!

Deshalb achte ich darauf, dass die meisten Tage ohne Erwartungen sind, denn dann werde ich oft überrascht und kann mich darüber von ganzem Herzen freuen.

Und 3 Jahre alt ist eigentlich noch ganz schön klein! In so vielen Momentan sehe ich meinen kleinen, 3 jährigen Tiger vor mir, wie er versucht, mit seinen vielen eigenen Gefühlen zurecht zu kommen. Wie er diese Flut an Gefühlen kennen lernt, wie er oft darin versinkt und irgendwann wieder auftaucht. Und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass er später mal besser damit klar kommt als ich jetzt..!

Doch auch ich lerne.. Und ich erlebe.. Und täglich entdecke ich mich durch meine Kinder immer wieder neu!

Denn der Sinn meines Lebens sagt Mama zu mir!
(Leider kann ich euch nicht mehr sagen, woher ich diesen Satz habe..)

..stillen/essen · Bedürfnisorientiert

Vielleicht reicht meine Milch ja doch nicht?!

Bei unserer Biene hab ich mich im Vorhinein sehr intensiv mit dem Thema „stillen“ auseinander gesetzt, denn nach der Vorgeschichte mit unserem Tiger war für mich klar, ich werde sie auf alle Fälle lange stillen. Vor einiger Zeit habe ich euch schon mal einen Artikel geschrieben, *warum wir bewusst auf den Schnuller verzichten* (und auch auf Fläschchen oder Stillhütchen).

Nun ist natürlich das Problem, dass Stillen lange Zeit nicht „in Mode“ war und meine Generation und auch die vorherige keine Vorbilder diesbezüglich hat. Ältere Menschen halten an dem „Antistill“-Denken fest und so wird es einem heute sehr schwer gemacht zu stillen  – oft schon im Krankenhaus. Sobald das Baby länger an der Brust hängt (clustern genannt) heißt es gleich: „Deine Milch reicht bestimmt nicht aus!“. Oder Aussagen wie: „Wann bekommt er/sie endlich etwas Vernünftiges zu essen?“ oder „Du bindest doch so nur dein Kind an dich!“ kennen viele Stillmamas. Vor allem als Erstlingsmama weiß man dann auch nicht, dass viel falsches Wissen bezüglich Stillen im Umlauf sind und viele Mythen begegnen einem immer wieder. Doch stillen (auch laaaaange am Stück oder gaaaaaanz oft) ist für Babys wunderschön – sie bekommen dadurch nicht nur Nahrung und bestellen vor, es ist auch eine unglaublich effektive Form der Beruhigung, das Baby bekommt Nähe, ist der Mama ganz nah, kann den Duft intensiv aufnehmen, es ist ein wichtiger Rückzugsort für das Baby, es kann sein Saugbedürfnis stillen, dort ist die Welt meist in Ordnung!

Bei unserer Biene ist es so, dass sie seit sie 3 Monate alt ist alle 2 Stunden zum Stillen kommt – tagsüber und auch nachts. Vorher gab es doch mal eine längere Schlafphase von 3-4 Stunden. Die letzten 2 Monate verringerten sich diese Abstände nochmals und 2 Stunden wurden zum Luxus. Die letzten 6 Wochen stillten wir nachts im Stundentakt. Auch das ist völlig normal. Nächtliches Aufwachen hat nicht mit der Ernährung, sondern mit Hirnreife zu tun. Vielleicht lernt das Baby momentan viel, erlebt viel, hat viel zu verarbeiten. Weiters ist Muttermilch (wie übrigens auch Pre-Nahrung) sehr schnell verdaulich und kann daher absolut nach Bedarf gefüttert werden. Doch der Mythos der „zu wenig Milch“ hält sich hartnäckig und auch unser Kinderarzt sagte zu mir, dass die Milch nach dem 6. Monat nicht mehr reichen wird. Sieht man sich etwas in Stillforen um, wimmelt es dort nur so von Fragen, was man bei zu wenig Milch machen kann und man liest immer wieder von fragwürdigen Aussagen seitens Kinderärzten und Hebammen.

Auch mit diesem ganzen Wissen, ist irgendwo in mir auch diese Stimme, die mich um 4 Uhr früh nach bereits 8 Unterbrechungen fragt – vielleicht reicht deine Milch ja doch nicht?! Vielleicht hätte ich bereits mal auf Schnuller oder Fläschchen zurück gegriffen, wenn bei uns nicht die Milchallergie und die Angst um das Stillen im Raum stehen würde? Aber ja, man fängt zum Zweifeln an..

Und dann kam diese heutige Nacht – unsere Biene hat das erste Mal von 21:30 – 4:00 Uhr DURCH geschlafen!! Auch wenn diese Nacht vielleicht für die kommende Zeit ein einmaliges Erlebnis war, so schöpfe ich doch große Zuversicht daraus, denn meine Milch reicht und unsere Biene wird mehr Stunden am Stück schlafen, wenn sie bereit dazu ist! Natürlich würde ich mich freuen, wenn sich Nächte wie heute schnell wiederholen würden *hihi*.

Die Botschaft dieses Beitrags soll schlichtweg sein – habt Vertrauen in euch, in euren Körper, in euer Baby, informiert euch und sucht euch gleichgesinnte Stillmamis! Stillen wird einem heute nicht leicht gemacht, doch jedes Durchhalten lohnt sich!

..autonomie · 34 - 36 Monate · Bedürfnisorientiert

Der emotionale Supergau!

Gestern war der ganze Tag allgemein schwierig.. Wir haben die Nacht kaum geschlafen, unsere Biene lässt sich keine Sekunde ablegen, schläft auch tagsüber kaum, der Tiger und ich geraten immer wieder aneinander. Nach dem Essen ist unser Tiger so k.o., dass er sogar eingeschlafen ist und nachmittags 3 Stunden geschlafen hat. Ich stelle mich auf einen längeren Abend ein und freue mich schon darauf, da ich annehme, unser Tiger würde nach so viel Schlaf super gelaunt sein. Um 19:00 Uhr lege ich mich mit unserer Biene ins Bett und stille sie in den Schlaf. Der Tiger spielt mit dem Tigerpapa, alles ist sehr entspannt. Gegen 20 Uhr wird der Tiger dann etwas müde, der Tigerpapa geht mit ihm ins Bad. Ich höre schon, wie sich die Laune des Tigers zunehmend verschlechtert, bis er schließlich weint. Ich bin froh, dass unsere Biene eingeschlafen ist. Ich stehe auf und helfe den beiden bzw. versuche ich es.

Meine beiden Männer sind gerade beim Zähneputzen, der Tiger weint, der Tigerpapa weiß nicht genau, warum. Das Weinen wird immer mehr. Ich beschließe kurzerhand Zähne putzen fällt aus. Auch aufs Umziehen können wir verzichten, doch um das Wickeln kommen wir nicht drum herum. Der Tiger wird immer wütender, er möchte nicht wickeln – nicht im Liegen, nicht im Stehen, nicht mit Spaß, nicht mit Singen. Stattdessen sieht man ihm deutlich an, dass der Nebel in seinem Gehirn größer wird und die Emotionen das rationale Denken ausgeschaltet haben. Nachdem ich unserem Tiger die Windel ausgezogen habe, eskaliert alles. Er kreischt und schreit und weint und tritt um sich – ans Windel anlegen war nicht mehr zu denken… Kurzerhand schnappte ich ihn (eben ohne Windel) und kuschle mich mit ihm ins Bett. Er weint und schreit und sagt immer wieder: „Er möchte alleine.. Alleine!!“. Mit der Zeit finde ich heraus, dass er alleine sein Shirt (er war nass vom Abendessen) und auch die Windel alleine ausziehen wollte (er hatte das allerdings die ganze Zeit kein einziges Mal erwähnt). Er weint und ist so unendlich verzweifelt. An diesem einen Gedanken, dass er alleine machen wollte, blieb er hängen – als ob die Festplatte hängen geblieben wäre.. Ich nehme ihn ganz fest in den Arm und sage ihm immer wieder ganz ruhig, dass es in Ordnung ist. Er darf wütend sein und das zeigen und er darf traurig sein und weinen. Immer und immer wieder sage ich ihm, dass alles gut ist und er seine Emotionen ausleben darf.

Ich kann mir nur wage vorstellen, wie schwer diese Situation für den Tiger ist, wie schlimm dieser Nebel in dem Moment sein muss. Wie anstrengend es für ihn ist, wenn man so von seinen Emotionen überrannt wird und es scheint, als würde sich dieser emotionale Nebel kaum lichten…

Es dauert einige Zeit, doch langsam merke ich, wie unser Tiger ruhiger wird. Irgendwann höre ich auf zu reden und kuschle mich ganz fest zu ihm, er drückt mich ganz fest. Viele Minuten liegen wir da und langsam merkt man, wie unser Tiger wieder klarer wird, wie sich der Nebel doch zu lichten beginnt, er wird wieder ruhiger. Auch nach dem Weinen bleibe ich noch einige Zeit liegen und er wirkt so unendlich dankbar dafür.

Unsere Biene weint. Ich erkläre unserem Tiger kurz, dass ich gleich wieder komme. Der Tigerpapa setzt sich zu ihm. Nach wenigen Minuten kann ich wieder zum Tiger gehen. Er sagt von sich aus, dass er noch eine Windel braucht. Ich lege mich dann noch zu ihm ins Bett. Wie jeden Abend sage ich ihm, dass ich ihn sehr lieb hab und zum ersten Mal sagt auch er mir: „Ich hab dich auch so lieb“. Die Welt ist wieder in Ordnung.

Ja, es zehrt als Elternteil sehr, das eigene Kind so aufgelöst zu sehen und das Gefühl zu haben, dass man kaum helfen kann. Doch es ist für das Kind viel schwieriger so gefangen zu sein in den eigenen Emotionen. Ich habe mal gelesen (eine Quelle kann ich euch leider nicht nennen), dass sehr bedürfniserzogene Kinder stärker trotzen, einfach weil sie es können und dürfen. Ich denke aber, dass es doch auch sehr vom Charakter abhängig ist. Es war für mich ein langer Lernprozess, dass ich diese intensiven Gefühle des Tigers relativ gelassen über einen längeren Zeitraum begleiten kann.

Dennoch bin ich froh, dass unser Tiger grundsätzlich ein sehr „vernünftiges“ Kind ist, das meiste kann man einfach mit ihm ausreden und ihm erklären.