Gedanken

Mein Abschied von unserem dritten Kind..

Es ist 2 Uhr nachts. Ich wandle mit einer immer wieder aufweinenden Biene durch die Wohnung. Seit unser Tiger im Schlafzimmer schläft, muss ich immer auf, wenn eines der Kinder weint. Sie kuschelt sich immer wieder zu mir und versucht zu schlafen, doch die unteren Backenzähne und eine Erkältung quälen sie und so findet sie nicht in den Schlaf. So gehe ich mit ihr, von Raum zu Raum, die Zeit vergeht nur langsam. Immer wieder mal schläft unsere Biene ein wenig ein, an mich gekuschelt und ich hoffe jedesmal, dass sie diesmal besser schlafen kann. Dennoch genieße ich ihre Nähe.

Meine Gedanken kreisen um unser drittes Kind, das ich mir noch wünsche – allerdings weiß ich mittlerweile, dass es nicht mehr wirklich in unsere Familie passt. Dieses dritte Kind hat monatelang so viel Raum in meinen Gedanken eingenommen, dass ich fast auf die Gegenwart vergesse. *Nacht für Nacht für Nacht* war ich unter anderem auch deshalb so verzweifelt, weil ich nicht wusste, wie ich noch ein drittes Baby schaffen sollte – und wer könnte mir schon garantieren, dass es besser schläft als unsere beiden Nachteulen?! Meinem Mann hielt ich rund um die Uhr den Rücken frei, um ihm zu zeigen, dass wir es noch mit einem dritten Kind schaffen würden und alles, was nicht klappte, brachte mich oft in Verzweiflung, denn wie sollte unser Alltag mit drei Kindern klappen, wenn er es doch mit zwei schon nicht tut..

Diese Woche war ich (wieder einmal oder noch immer?!) krank, ein Magen-Darm Virus hatte mich diesmal niedergestreckt und mir mit aller Deutlichkeit meine körperlichen Grenzen aufgezeigt – kurz gesagt, es ging eigentlich gar nichts mehr..

Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken..! Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, gibt es zwar tief in mir den Wunsch eines dritten Kindes oder eher nach einer großen Familie, doch ich möchte nicht mehr schwanger sein, oder eine Geburt erleben, oder nochmal wieder „von vorne beginnen“. Ich erlebte zwei richtig schöne Schwangerschaften und eine *perfekte, selbstbestimmte Geburt*. Ich habe zwei wundervolle Kinder, beide einzigartig und besonders in ihrem Wesen. Unsere Biene als momentan-noch Steinzeit-Baby, aber vor allem unser Tiger als absolutes High-Need-Kind (ich habe ganz bewusst noch nie darüber geschrieben) brauchen mich beide sehr und sie werden mich auch weiterhin ganz intensiv brauchen. Ich habe das Gefühl, für drei Kinder fehlt mir einfach eine Hand.

Und so gehe ich mit unsere Biene im Dunkeln und denke nochmal an unser drittes Kind. Vor einigen Tagen habe ich mich schon unter Tränen davon verabschiedet. Seitdem fühle ich mich sehr frei und erleichtert. Ich kann all den selbst auferlegten Druck ablegen und die Zeit wieder ganz neu genießen. Ich küsse den Kopf unserer Biene und genieße den Augenblick, diese intensive Nähe, dieses Gebraucht-werden und ich bin sehr entspannt – wie auch die Tage und Nächte davor auch schon.

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2 Kommentare zu „Mein Abschied von unserem dritten Kind..

  1. Hallöchen!
    Vielleicht passt das Kind momentan nicht, sondern erst in ein paar Jahren. Du weisst nicht, was in 2, 4 oder 6 Jahren ist. Sage niemanls nie!
    LG Anne

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    1. Liebe Anne!
      Wie möchten eigentlich (*haha*) kein Nachzügler-Kind – mein Mann ist eines und mein Bruder ist auch fast 10 Jahre jünger als ich… Aber wie du sagst, man weiß nie – allerdings muss ich immer planen, sonst fühl ich mich nicht wohl 😉
      Liebe Grüße, Ricarda

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