Gedanken

Ein schwieriger und trauriger Abschied..

Ich bin gerade richtig traurig, denn ich werde unseren Stubentiger Odie seeeehr vermissen!

Unser Odie lebt nun schon sehr lange bei mir, er zog vor den Kindern, ja noch vor meinem Mann bei mir ein und begleitete mich einige Jahre durch dick und dünn. Nachdem mein Mann und ich zusammen gezogen waren, war er unser „Ersatzbaby“ – bei jedem Verlassen der Wohnung haben wir uns verabschiedet, bei jedem Heimkommen gleich als erstes begrüßt. Es gab kein Sofa knautschen ohne unsere Stubentiger. Schon mit der Schwangerschaft des Tiger veränderte sich einiges, denn ich konnte unseren Odie einfach nicht mehr riechen. Ja wirklich, der Katzengeruch war schwierig für mich. Die ersten Monate mit dem Babytiger brauchten wir, um uns wieder zusammen zu leben und so fand jeder wieder seinen Platz in der Familie, auch unser Odietiger. Der *kleine Tiger und der Stubentiger lernten sich kennen und lieben*. Die beiden zu beobachten war wirklich sehr schön – der Tiger lernte einen liebevollen Umgang mit seinem Haustier und *übernahm auch Verpflichtungen*.

Mit der Geburt unserer Biene veränderte sich vieles, unser Odiekatze kam zunächst überhaupt nicht mit ihr klar. Er begann ganz klar sein Revier zu verteidigen, indem er alles von der kleinen Biene markierte. Ich brauche euch natürlich nicht sagen, wie ärgerlich und lästig und anstrengend das war.. Wir schenkten unserem Odie viel Aufmerksamkeit und versuchten immer alles unserer Biene weg zu räumen (was natürlich unmöglich ist), doch es wurde nicht besser.. Wir wurden immer wütender und auch genervter von unserem Odie, was vor allem unser Tiger (unser Stimmungsparameter) aufnahm. Er begann, unseren Odie zu jagen und ihn anzuschreien – das hat er ganz klar bei mir gesehen, denn auch ich wurde oft nach Markierungen laut und schickte unseren Odie weg.. Die Situation wird eigentlich immer schwieriger für mich.. Ich bin genervt und der Tiger sagt selbst, er mag den Odie nicht (diese Aussage verletzt mich immer sehr).. Unser Odie merkt das auch, denn sobald unser Tiger auch nur in seine Nähe kommt, haut er ab (und hinterlässt mir dann „Spuren“).

Und dann ist da noch unsere Biene, die ihren Odie liebt. Sie kuschelt sicher jeden Tag mit ihm und freut sich, wenn sie ihn sieht. Sie wackelt ihm hinterher und er lässt sich auch gerne und oft von ihr streicheln. Ich könnte weinen bei dem Gedanken, dass sie bald ihren Odie nicht mehr haben wird…

Grundsätzlich stresst unseren Odie die Gesamtsituation.. Die beiden Kinder sind zeitweise wirklich sehr laut und düsen durch die Gegend. Wir sind auch viel daheim, dadurch hat unser Odie oft kaum Ruhe. Ich weiß, dass unser Odie nicht glücklich ist bei uns und das macht mich sehr traurig..

Ich habe gesagt, wenn unsere Situation nicht besser ist, wenn die kleine Biene ein Jahr alt ist, dann müssen wir eine Lösung finden.. 7 Jahre gab es keine Probleme mit unserem Odie, er hat nicht ein einziges Mal irgendwohin markiert, daher bin ich überzeugt davon, dass ihn einfach die Familiensituation, die Kinder stressen und er sich bei uns nicht mehr wohl fühlt.

Meine Mama hat einen tollen Platz für ihn gefunden! Ab Samstag wohnt er bei einer lieben, älteren Frau in ihrer Wohnung, die viel Zeit und Ruhe für ihn hat – es passt also wirklich perfekt und es fühlt sich richtig an. Unserem Odie geht es dort sicher besser als momentan bei uns!

Und trotzdem bin ich sehr traurig, meinen lang jährigen Wegbegleiter zu verabschieden. Am meisten schlechtes Gewissen habe ich, weil ich das Gefühl habe, dass ich meinen Kindern (vor allem der kleinen Biene) ihr Haustier weg nehme. Kinder brauchen doch ein Haustier um das sie sich kümmern und kuscheln können! Doch ich bin mir sicher, dass unsere Kinder auch ohne Katze eine glückliche Kindheit haben werden. Und ich bin mir sicher, dass unserem Odie, unserer angehenden Seniorenkatze mehr Ruhe gut tut und der neue Platz perfekt für ihn ist.

Trotzdem bin ich traurig und das ist auch in Ordnung..!