Schwangerschaft & Geburt

20 Wochen und somit bereits Halbzeit!!

Die ersten 20 Wochen dieser zweiten Schwangerschaft sind um und so habe wir bereits jetzt die Halbzeit erreicht – ich kann es noch gar nicht glauben! Ich fange erst jetzt irgendwie an, dass ich die Schwangerschaft so richtig genießen kann.. Die ganze Sache mit meinem Papa hat mir sehr viel Zeit und Energie genommen, so dass ich mich gar noch nicht so richtig mit meinem zweiten kleinen Wunder beschäftigen konnte.

Anfangs der Schwangerschaft war sehr vieles sehr ähnlich gegenüber der ersten Schwangerschaft – wenig Übelkeit, etwas Müdigkeit, sonst alles in bester Ordnung. Mit den Wochen wurden aber auch die Symptome schlimmer (was ich auch dem ganzen – emotionalen – Stress zuschreibe) und so plagten mich schlimme Übelkeiten, starke Kopfschmerzen und unendliche Müdigkeit – ich hatte oft das Gefühl, dass ich kaum über den Tag komme, geschweige denn alles unter einen Hut bringe. Ich habe aber das Gefühl, dass alles so mit der 15./16. Woche seinen Höhepunkt erreicht hat und bis auf meine ständigen Kopfschmerzen alles etwas abflaut. So weit zu meinem körperlichen Empfinden.

Viel wichtiger ist aber für mich die emotionale Seite! Die ersten Wochen konnte ich es eigentlich gar nicht glauben, dass es dann doch so schnell wieder geklappt hat und wir bereits 8 Monate später Eltern von zwei wunderbaren Kindern sein sollten. Wir hatten es immer geplant, dass wir unsere Kinder in etwa in einem Abstand von 30 Monaten haben möchten und so war es am Beginn eher die Erfüllung eines Planes als ein richtiger Kinderwunsch. Ja, wir wünschten uns auf alle Fälle ein zweites Kind, aber richtig vorstellen konnte ich es mir noch nicht (aber wann kann man das schon!). Anfangs konnte ich mich gar nicht so richtig auf diese Schwangerschaft einlassen und durch den Schicksalsschlag meines Papas in der 9. Woche dann noch weniger. Erst die letzten 5 Wochen wurde es ruhiger und ich begann dieses wundervolle Wesen wahrzunehmen – ich spürte langsam und behutsam seine Tritte, spürte sein Wachsen und den damit auch wachsenden Babybauch und fand allmählich meinen Weg hin zu diesem geheimnisvollen, kleinen Wesen.

Und jetzt bin ich an einem Punkt, wo sich alles anders anfühlt, als bei meiner ersten Schwangerschaft – irgendwie alles ganz und gar anders. Mittlerweile kann ich mit richtiger Freude im Bauch sagen, dass ich mich unendlich auf diese kleine Wesen freue! Viele meiner Sorgen und Ängste (vor allem in Bezug auf die Geburt, das Schlafen und Stillen) haben sich aufgelöst und ich weiß jetzt, egal wie schwierig die ersten Tage/Wochen/Monate oder eben die Geburt sein werden – wir werden für dieses kleine Baby da sein und wir werden es bedürfnisorientiert durch die erste Zeit seines Lebens (und natürlich auch weiterhin) begleiten. Ich habe durch unseren Tiger sehr viel gelernt und fühle mich in irgendeiner Form doch sehr vorbereitet – auch wenn ich weiß, dass dieses kleine Wesen ein anders Kind mit anderen Bedürfnissen, Vorlieben und Abneigungen sein wird. Wir werden auch mit diesem Kind wieder auf neue und gefühlt unlösbare Probleme stoßen, doch wir werden das Kind auf seinem Weg begleiten und zwar genau so, wie es in unserer Macht steht. In der ersten Schwangerschaft hatte ich noch viele Erwartungen wie das Leben mit Kind sein wird (nein, viele meiner Erwartungen wurden vor allem in der ersten Zeit nicht erfüllt *schmunzel*), doch jetzt weiß ich, dass ich mir keine Gedanken machen muss.. Da ich nicht weiß, wie dieses Kind wird, brauche ich es mir auch nicht vorzustellen, wie das Leben mit zwei Kindern sein wird. Ich möchte mich von Anfang an von dem Kind leiten lassen, seine Bedürfnisse kennen und achten und seine Zeichen verstehen lernen, damit wir dann auch zu Viert unseren wundervollen und harmonischen weiter gemeinsam gehen können.

Ich fühle mich auch diesmal viel früher bereit und habe auch schon mit den Vorbereitungen für die Ankunft unseres zweiten Kindes begonnen – die Newborn-Stoffys sind bestellt (diese süßen, winzigen Windeln zeige ich euch demnächst), die Kisten mit dem Gewand bereits wieder hervorgeholt und einige Ideen wie die Einrichtung des neuen Wickelbereichs auf der Waschmaschine sind in Planung. In der Schwangerschaft mit dem Tiger habe ich in den letzten 3 Wochen alles notwendige noch „schnell, schnell“ erledigt… Mittlerweile haben sich der Tigerpapa und ich einige Gedanken in Bezug auf die Geburt gemacht – wo und wie und ob vielleicht mit fixer Hebamme und und und, da die Geburt des Tigers für uns beide doch ein sehr traumatisches Erlebnis war, mit dem wir beide einige Zeit zu kämpfen hatten.. Ich fühle mich diesmal, als ob ich alles viel bewusster wahrnehmen würde und bereite mich auch diesmal ganz anders vor. Richtig spannend, wie zwei so augenscheinlich gleiche Dinge so ganz unterschiedlich sein können – doch das ist auch gut so!

Und das Schönste ist, wenn unser Tiger die Hände auf den Bauch legt, sich dazu kuschelt und sagt „unser Baby drinnen“ – da könnte mein Herz glatt zerspringen!

2016-04-23_01